FAZ plus ArtikelMenschenrechte und Geschäfte

Deutsche Manager in der China-Falle

EIN KOMMENTAR Von Sven Astheimer
06.05.2021
, 13:15
Viele Konzerne verdienen in Fernost prächtig, nicht nur Volkswagen. Peking weiß um seine Macht und straft Kritiker ab. Was folgt daraus?

Wenn die Gesellschaft an die Arbeit von Managern moralische Maßstäbe anlegt, ist die Enttäuschung meist programmiert. Dies lässt sich bestens beobachten an der Frage, welche Geschäfte westliche Unternehmen mit dem autoritären China noch machen sollten. Schließlich unterdrückt Peking die Opposition in Hongkong ungeniert und verletzt offensichtlich Menschenrechte von Minderheiten, allen voran der Uiguren. Die Rechnung vom „Wandel durch Handel“ ist offensichtlich nicht aufgegangen.

Wäre es da nicht angebracht, dass führende Wirtschaftskapitäne klare Kante zeigen gegenüber dem Regime? Ist es für die globale Wirtschaftselite nicht sogar an der Zeit, wie es der grüne EU-Parlamentarier Reinhard Bütikofer einmal unmissverständlich forderte, „sich offen mit der chinesischen Politik in Xinjiang anzulegen oder aber dort das Geschäft einzustellen“? Zweifellos zählt Bütikofer zu den ausgewiesenen China-Kennern. Gerade deshalb sind solche Forderungen aber unredlich, solange nicht auch mögliche Kosten für ein solches Vorgehen benannt werden.

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Sven Astheimer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
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