FAZ plus ArtikelDeutschland und Italien

Eine ziemlich verkorkste Beziehung

Von Tobias Piller
02.10.2021
, 21:29
Routiniert sind die diplomatischen Treffen zwischen Deutschland und Italien. Die öffentliche Stimmung sieht anders aus.
Die deutsch-italienische Beziehung ist kompliziert: Einerseits werden diplomatische Reden voller Anerkennung gehalten, andererseits herrschen Misstrauen und Neid. Wie ist es dazu gekommen?
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Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Auf der einen Seite höfliche Reden mit diplomatischen, aner­kennenden Worten. Auf der anderen Misstrauen, Neid, Unterstellungen, Arroganz und weitreichendes Unwissen übereinander. Beide Welten charakterisieren das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien.

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Die artige Seite war vor wenigen Tagen wieder zu beobachten, mit gepflegter Routine. Fünfzehntes Deutsch-Italienisches Wirtschaftsforum in Mailand. Im Voraus Grußworte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und, erstmals in dieser Rolle, Ministerpräsident Mario Draghi. „Deutschland und Italien sind der Motor der Industrie in der Europäischen Union, aus unseren Fa­briken kommt die Hälfte ihrer Industrieproduktion“, sagte Draghi. „2020 umfasste das Handelsvolumen zwischen den beiden 116 Milliarden Euro, mehr als der Wert des italienischen Handels mit den Vereinigten Staaten und China zusammen.“ Draghi hatte noch mehr anschauliche Beispiele mit­gebracht: Deutschland handele mehr mit der Lombardei als mit der Türkei, Italien mehr mit Bayern als mit Polen. „Unser Wohlstand hängt davon ab, dass wir einig sind“, lautete Draghis Schlussfolgerung.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Piller, Tobias (tp.)
Tobias Piller
Redakteur in der Wirtschaft.
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