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Nach vier Jahren Verzögerung

Die Bergung von Brennstäben in Fukushima hat begonnen

Von Patrick Welter, Tokio
 - 15:59

Acht Jahre nach dem Nuklearunfall mit dreifacher Kernschmelze im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi hat die Betreibergesellschaft Tepco erstmals mit der Bergung von Brennstäben aus einem der havarierten Reaktoren begonnen. Ferngesteuert bewegten Techniker einen Greifarm, der vier Brennstäbe aus dem Abklingbecken im Reaktor 3 in einen Transportbehälter umsetzte.

In dem Reaktor lagern 566 abgebrannte und noch nicht benutzte Brennstäbe, die herausgeholt und in ein sichereres Gebäude auf dem Kraftwerksgelände verbracht werden sollen. Der Betreiber Tokyo Electro Power Holding will diese Arbeiten bis zum März 2021 abschließen. Der Beginn der Bergung der Brennstäbe aus Reaktor 3 hatte sich um mehr als vier Jahre verzögert – eine Folge der hohen Strahlung und technischer Schwierigkeiten.

In den Reaktoren 1 bis 3 des Kraftwerks kam es im März 2011 nach dem Tsunami und dem Ausfall der Stromaggregate zur Kernschmelze. Ungefähr 160.000 Einwohner mussten damals wegen der radioaktiven Strahlung fliehen. 30.000 von ihnen können noch heute nicht und teils nie mehr in ihre Häuser zurück. Erst am Wochenende hatte Ministerpräsident Shinzo Abe zum ersten Mal nach fünf Jahren das Kraftwerk besucht. Der Regierungschef wollte ein Symbol setzen der Verbundenheit mit den Opfern, nachdem ein mittlerweile entlassener Minister durch ungeschickte Bemerkungen daran Zweifel hatte aufkommen lassen.

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Acht Jahre nach Kernschmelze
Wiederbelebung in Fukushima

Ein kleiner, aber wichtiger Schritt

Die Bergung der Brennstäbe aus Reaktor drei ist ein wichtiger, aber nur ein kleiner Schritt hin zum auf lange Frist geplanten Abriss der Reaktoren. Die Brennstäbe aus dem Reaktor 4, der zur Zeit des Unglücks nicht in Betrieb war, hatte Tepco schon 2014 entfernt. Doch in den havarierten Reaktoren 1 und 2 lagern weitere 1007 Brennstäbe in Abklingbecken, die geborgen werden müssen. Tepco will diese Arbeiten in etwa 2022/2023 beginnen.

Weit schwieriger wird sich danach die Sicherstellung des geschmolzenen Brennstoffs in den Reaktoren herausstellen, von der noch unklar ist, wie es technisch genau funktionieren soll. Derweil kämpft Tepco weiter mit den Massen radioaktiv verseuchten Wassers, das in der Kühlung der beschädigten Reaktoren anfällt und auf dem eng werdenden Kraftwerksgelände gelagert werden muss.

Quelle: F.A.Z.
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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