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Diesel-Fahrzeuge in Städten

Autobauer sollen vier Milliarden für Nachrüstungen zahlen

 - 05:12

Eine Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen in den Städten mit der schlechtesten Luftqualität würde die Autohersteller mehr als vier Milliarden Euro kosten. Das sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei einem Maximalwert von 3000 Euro pro Fahrzeug würde die Hardware-Nachrüstung in den 17 am stärksten belasteten Städten nach Berechnungen ihres Ministeriums 2,9 Milliarden Euro kosten, sagte Schulze. „Nimmt man jeweils das Pendler-Umland hinzu, kommt man auf 4,4 Milliarden Euro.“

Der Gewinn der deutschen Automobilindustrie habe im vergangenen Jahr deutlich höher gelegen, fügte die SPD-Politikerin hinzu. „Da können die Hersteller auch 4,4 Milliarden in saubere Luft investieren. Das würde dem ramponierten Image der Dieselautos helfen."

Schulze hatte kürzlich für einen Stufenplan geworben, bei dem zunächst Diesel-Fahrzeuge in Städten mit besonders schlechter Luft nachgerüstet werden. „17 Städte liegen über dem Jahresmittelwert von 50 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft“, sagte die Ministerin den Funke-Zeitungen. „Mit einer Hardware-Nachrüstung würde man eine massive Verbesserung der Luftqualität in diesen Städten erreichen: Der Stickstoffausstoß von Dieselfahrzeugen würde sich um 70 Prozent verringern.“

In einem zweiten Schritt solle die Hardware von Dieselfahrzeugen in allen 65 deutschen Städten nachgerüstet werden, in denen der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffoxid überschritten wird. „Das würde beispielsweise das gesamte Ruhrgebiet und auch den Großraum Berlin betreffen“, sagte Schulze. „Auch das ist für die Autobauer zumutbar.“

Allerdings sind technische Nachrüstungen direkt am Motor in der Koalition umstritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnen sie ab. Scheuer hatte zuletzt bekräftigt, dies bedeutete erhebliche Eingriffe in die Autos und eine Investition in alte Fahrzeuge. Außerdem gilt es als rechtlich sehr schwierig, die Hersteller zu solchen Nachrüstungen zu verpflichten. Die Branche lehnt diese ab.

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Autoindustrie und Regierung
Schuldzuweisung für Fahrverbote

Quelle: AFP/dpa/chrs.
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