Dieselskandal

Continental-Mitarbeiter im Visier

30.11.2021
, 20:59
Continental hat Anfang 2020 erklärt, keine Software zur Manipulation von Abgaswerten geliefert zu haben
Gegen Continental besteht Verdacht wegen Verwicklungen in die Manipulation von Dieselmotoren. Bereits zwei Staatsanwaltschaften ermitteln.
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Continental steht wegen möglicher Verwicklungen in die Manipulation von Dieselmotoren im Visier von zwei Staatsanwaltschaften. Die Strafverfolgungsbehörde in Frankfurt bestätigte am Dienstag, dass sie wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug durch Unterlassen gegen zwei ehemalige Mitarbeiter des Zulieferers aus Hannover ermittele. „Ein Tochterunternehmen der Continental AG soll ECU, deren Software mit unzulässigen Abschalteinrichtungen versehen war, an den PSA-Konzern geliefert haben“, erklärte eine Sprecherin der Behörde. Darüber hatte zuvor die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Die Bauteile zur Steuerung des Motors sollen unter anderem in SUV-Modellen von Mitsubishi zum Einsatz gekommen sein. Unabhängig davon hatte die Staatsanwaltschaft Hannover jüngst ihre Ermittlungen im VW-Dieselskandal auf ehemalige Topmanager von Continental ausgeweitet.

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In dem Frankfurter Fall geht es um den unter Verdacht der Abgasmanipulation geratenen japanischen Autobauer Mitsubishi, der Motoren von dem damaligen PSA-Konzern (heute Stellantis) bezogen hatte. Die beiden Beschuldigten aus dem Bereich Recht und Compliance von Conti sollen seit 2015 von dem Sachverhalt Kenntnis gehabt haben. Beide sollen nichts unternommen haben, um die Belieferung abzustellen, obgleich dies zu ihren Aufgaben gehört haben soll, erklärte die Ermittlungsbehörde weiter.

PSA hatte vor gut einem Jahr bestätigt, zwischen 2015 und 2018 1,6-Liter-Dieselmotoren an Mitsubishi geliefert zu haben. Die elektronische Motorsteuerung (ECU) bezogen die Franzosen von Continental. Der Dax-Konzern aus Hannover lehnte mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen eine Stellungnahme ab. Continental hatte Anfang 2020 erklärt, keine Software zur Manipulation von Abgaswerten geliefert zu haben. Bei einer bundesweiten Razzia bei Mitsubishi hatten zuvor auch mehrere Standorte von Conti Besuch von Fahndern bekommen. Die Ermittlungen gegen Mitsubishi seien gegen die Zahlung von 25 Millionen Euro eingestellt worden, bestätigte die Sprecherin der Frankfurter Ermittlungsbehörde. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ soll es sich bei den beiden in Frankfurt unter Verdacht stehenden Conti-Mitarbeitern um jene Personen handeln, gegen die auch die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt.

Quelle: Reuters
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