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Spionage mit Smartphones?

Geheimdienste warnen vor chinesischen Handys

Von Stephan Finsterbusch
 - 16:13

Amerikanische Geheimdienste haben vor dem Gebrauch von Smartphones, Computern und Netzwerken des chinesischen Anbieters Huawei gewarnt. Die Direktoren von FBI, CIA, NSA und drei weiteren Diensten zeigten sich in einem Treffen mit dem zuständigen Ausschuss des Senats besorgt, dass wichtige Daten und Informationen in die Hände der Regierung in Peking fallen und der Spionage, Sabotage sowie gezielten Desinformation so Vorschub geleistet werden könnten. Daher sollten sich Telekomunternehmen in den Vereinigten Staaten von chinesischen Anbietern fern halten.

Manager von Huawei weisen die Verdächtigungen und Vorwürfe zurück. Sie verwiesen dabei unter anderem auf ihre milliardenschweren Investitionen und gut laufenden Geschäfte in Europa. Der Handybauer und Netzwerkausrüster aus Südchina ist weltweit einer der großen Konkurrenten amerikanischer Konzerne wie Cisco oder Apple. In Großbritannien kooperieren die Chinesen auf technischer Seite mit dortigen Geheimdiensten. Hierzulande arbeiten sie etwa mit der Deutschen Telekom an der Entwicklung der Datennetze der Zukunft.

Vorwürfe auch gegen chinesischen Drohnenhersteller

In Amerika kam Huawei bislang nicht zum Zug. Das sollte sich in diesem Jahr ändern. Die Widerstände gegen diese Pläne aber wachsen. Christopher Wray, Direktor des F.B.I. wird seitens des amerikanischen Fernsehsenders CNBC mit den Sätzen zitiert: „Wir sind schwer über die Risiken besorgt, die einhergehen mit der Erlaubnis, einem Unternehmen oder einer Abteilung eines Unternehmens, das einer ausländische Regierung hörig ist und nicht unsere Werte teilt, eine mächtige Rolle innerhalb unserer Netzwerke für die Telekommunikation zu geben.“

Außer Wray traten auch leitende Mitarbeiter der CIA, der NSA und zwei weiterer Dienste in der Anhörung auf. Sie sprachen sich allesamt dagegen aus, dass der öffentliche Dienst und staatliche Einrichtungen in den Vereinigten Staaten Geräte oder Netzwerke von Huawei zu benutzen. Sie warnten auch Privatpersonen davor. Vor einigen Wochen hatte sich bereits der chinesische Drohnen-Hersteller Dà-Jiāng Innovations (DJI) ähnlichen Vorwürfen gegenüber gesehen.

Huawei wollte eigentlich mit amerikanischen Partnern zusammenarbeiten

Huawei entstand Ende der achtziger Jahre aus einer kleinen Telekomfirma. Sein Gründer Ren Zhengfei ist studierter Nachrichtentechniker, war einst in einer der Entwicklungsabteilungen der chinesischen Volksarmee beschäftigt und gründete 1987 Huawei. Zunächst lieferte er Telefonanlagen nach Hongkong. Dann expandierte er nach Europa und baute einen Weltkonzern auf. Heute erlöst Huawei umgerechnet 70 Milliarden Euro im Jahr.

Huawei hatte vor kurzem versucht, eine Partnerschaft mit amerikanischen Telefongesellschaften wie AT&T und Verizon einzufädeln. Das Unternehmen wollte so auf dem lukrativen nordamerikanischen Markt seine Smartphones, Netzwerkgeräte und die dazugehörigen Dienstleistungen verkaufen. Die Zusammenarbeit aber wurde Anfang des Jahres von den Amerikanern aufgekündigt. Im Dezember bereits hatten sich Politiker in Washington mit einem offenen Brief an die zuständige Regierungskommission dagegen ausgesprochen. Nun legten die Geheimdienste nach.

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Quelle: FAZ.NET
Stephan Finsterbusch
Redakteur in der Wirtschaft.
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