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Millionenschaden für Großstadt

Ein Hacker erpresst Baltimore – immer noch

 - 13:59

Seit ungefähr einem Monat kämpft die amerikanische Großstadt Baltimore mit einer Cyber-Attacke – schon jetzt sind ihr Kosten in Millionenhöhe entstanden und zu Ende ist die Bedrohung noch nicht. Zur Erinnerung: Anfang Mai wurden diverse Computersysteme der örtlichen Behörden gekapert, dann meldete sich ein Hacker bei der Stadtverwaltung.

Als Lösegeld fordert er 13 Bitcoin, umgerechnet haben sie aktuell einen Gegenwert von 91.500 Euro. Für diese Summe verspricht er, die Systeme wieder zu entschlüsseln und somit wieder für den Behördenalltag freizugeben. Wenn die Zahlung nicht bis zum 7. Juni eingehe, würden die Daten gelöscht, drohte er schon einmal.

Bürgermeister Bernard „Jack“ Young lehnte dies ab. Ende Mai lieferte der Stadtrat der im Bundesstaat Maryland beheimateten Metropole die erste Schätzung für die Kosten, die durch den Hacker-Angriff entstanden: Mehr als 18 Millionen Dollar beträgt der Schaden durch Einnahmeausfälle wegen lahmgelegter Server und Ausgaben zur Wiederherstellung der Systeme, berichtete die Zeitung „Baltimore Sun“. Nun wird in den Vereinigten Staaten diskutiert, ob das Lösegeld nicht besser hätte bezahlt werden sollen.

„Niemand mag es, Erpressungsversuchen nachzugeben, doch Städte wie Baltimore haben möglicherweise keine andere Wahl“, schreibt der an der Universität lehrende Rechtsprofessor Stephen L. Carter in seiner Kolumne für den Finanzdienst Bloomberg. Wer seine IT-Sicherheit nicht richtig im Griff habe, ziehe gegenüber versierten Hackern stets den Kürzeren.

Das zeige sich auch daran, so Carter, dass Unternehmen Kosten für Cyber-Angriffe mittlerweile überwiegend als eine Art Geschäftsaufwand akzeptiert hätten. Einer Studie von des Computerherstellers IBM zufolge würden mehr als zwei Drittel der Firmen Lösegeld zahlen, um wieder an ihre Daten zu kommen. Baltimore sei nicht das erste Opfer von Hackern und werde mit Sicherheit auch nicht das letzte sein, warnt Experte Carter.

Quelle: FAZ.NET/dpa
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