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Gegen Bitcoin

China „kurz vor Ausgabe“ eigener Digitalwährung

Von Christoph Hein, Singapur
 - 16:18
Chinas Notenbank kündigt Großes an.

Schon länger arbeitet China offiziell an der Entwicklung einer eigenen digitalen Währung. Nun sollen die Arbeiten der staatlichen Ingenieure kurz vor dem Erfolg stehen: Angeblich steht die chinesische Notenbank vor der Ausgabe der staatlichen Digitalwährung.

Mu Changchun, einer der stellvertretenden Leiter der Abteilung für Zahlungsverkehr der People’s Bank of China erklärte nach Agenturmeldungen, die Digitalwährung sei „fast fertig“. Seit dem Jahr 2014 entwickeln die Chinesen die Währung.

Sie könnte ihnen helfen, den elektronischen Zahlungsverkehr zu forcieren, und so den Bargeldumlauf und damit unter anderem auch das Korruptionsrisiko einzuschränken – elektronisch lässt sich jeder Zahlungsverlauf nachverfolgen. Mu erklärte auf einem Finanzforum in China, sowohl die Notenbank wie auch „Finanzinstitutionen“ würde die neue Währung ausgeben dürfen.

Sie solle nicht nur auf Blockchain-Technologie basieren. Allerdings ließ er offen, welche andere Technik für die künstliche Währung genutzt werden solle.

Auch anderen Notenbanken rund um die Erde untersuchen die Möglichkeit, eine eigene digitale Währung aufzulegen. Bekannt geworden ist unter anderem der Versuch der schwedischen Notenbank Riksbank.

Peking stellt sich schon lange gegen gängige Krypto-Anlagen wie den Bitcoin, da sie enorme Unruhe in den Finanzmärkten schaffen könnten. Erst Mitte April hatte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission erklärt, sie wolle das Schürfen von Bitcoin, das eine enorme Menge Strom verbraucht, in China verbieten.

China gilt als derjenige Markt, der die meiste „hardware“ zum Schaffen von Bitcoin besitzt – bislang ein „grauer Sektor“. Ungefähr die Hälfte aller Bitcoin-Schürfer soll in Asien ansässig sein, ermittelten Forscher der Universität Cambridge. Angezogen werden sie vor allem von niedrigen Strompreisen.

Noch im vergangenen Jahr strebten die beiden größten Hersteller von Computern zur Herstellung von Bitcoin, Bitmain Technologies und Canaan, in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong an die Börse. Angeblich aber nahmen sie die Hürden der Aufsichtsbehörden nicht.

Quelle: FAZ.NET
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Christoph Hein
Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
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