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FAZ plus ArtikelWeniger Mbit als versprochen

Der große Breitbandschwindel

Von Helmut Bünder und Jonas Jansen
 - 11:52

Donald Badoux leitet das Deutschland-Geschäft des Rechenzentrumbetreibers Equinix, er kennt sich also mit schnellem Internet aus. In seinen Rechenzentren lassen Unternehmen wie Google, die Deutsche Börse oder das Streamingunternehmen Netflix ihre Daten verteilen. Umso genervter ist der Manager deshalb davon, dass er bei sich zu Hause in der Nähe von Frankfurt kaum selbst ordentlich Serien und Filme abspielen kann, weil seine Internetleitung nicht nur langsam, sondern auch ruckelig ist. Für jemanden, dessen Leben vom Hochgeschwindigkeitsinternet bestimmt wird, muss das besonders schlimm sein. Christoph Vilanek, Vorstandsvorsitzender des Telekommunikationsunternehmens Freenet, zahlt in seiner Wohnung in Hamburg zwar für 50 Megabit in der Sekunde, aber besonders abends erreichen die ihn nicht. „Wir haben definitiv Nachholbedarf in Deutschland. In der Schweiz gibt es schon viel höheren Datendurchsatz“, sagt Vilanek.

Da trifft es sich gut, dass Breitband künftig praktisch ein Menschenrecht werden soll, zumindest wenn es nach der Großen Koalition geht. Sie will Gigabit-Netze für jeden Deutschen bis 2025 ermöglichen. Das bedeutet Übertragungsraten von 100 Megabit (Mbit) in der Sekunde. In der Vergangenheit wurden viele Versprechen für schnelles Internet abgegeben. Schon die vor fast zehn Jahren ausgegebenen Ziele wurden verfehlt. Auch im Koalitionsvertrag von 2013 wurde festgeschrieben, dass bis 2018 alle Haushalte 50 Mbit erreichen sollen. Auch das wird nicht klappen, so viel ist klar – nur etwa 80 Prozent der Haushalte in Deutschland sind mit 50 Mbit versorgt.

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Quelle: F.A.Z.
Helmut Bünder
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
Jonas Jansen
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.
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