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Festnetznutzung geht zurück

Deutsche telefonieren erstmals mehr über Mobilfunk

Von Alexander Wulfers
 - 16:47

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr erstmals mehr über Mobiltelefone als übers Festnetz telefoniert. Das geht aus dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hervor, der am Donnerstag vorgestellt wird. Die Zahl der Gesprächsminuten aus dem Festnetz sinkt demnach seit Jahren. Im Jahr 2013 lag sie noch bei 163 Milliarden, 2018 nur noch bei 107 Milliarden. Das sind pro Anschluss durchschnittlich 52 Stunden im Jahr. Wichtiger wird für Festnetzkunden der Internetzugang. Sowohl die Zahl der Breitbandanschlüsse als auch deren Geschwindigkeit stiegen weiter an. Das Gesamtvolumen der Breitbandnutzung im Festnetz hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf 45 Milliarden Gigabyte mehr als vervierfacht.

Das Wachstum bei den Mobilfunkminuten verläuft deutlich langsamer als der Niedergang der Festnetztelefonie. Im vergangenen Jahr telefonierten Handynutzer 119 Milliarden Minuten, fünf Jahre zuvor waren es 110 Milliarden Minuten. Im Vorjahr hatte die Zahl sogar erstmals stagniert. Deutlich wird daran die zunehmende Verbreitung von Messenger-Apps. Textnachrichten und Anrufe, die über Whatsapp, Skype und ähnliche Dienste abgewickelt werden, laufen den herkömmlichen Telefonaten zunehmend den Rang ab.

Das zeigt sich auch am mobilen Datenvolumen, das innerhalb eines Jahres um mehr als 40 Prozent auf 2 Milliarden Gigabyte stieg. Im Durchschnitt nutzte damit jeder Kunde 1,2 Gigabyte im Monat, fast doppelt so viel wie noch zwei Jahre zuvor und mehr als zehnmal so viel wie 2012. Das liegt vor allem an einer höheren Datennutzung bestehender Kunden. Die Zahl der aktiven SIM-Karten ging hingegen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, von 110 auf 108 Millionen. Dazu kommen inzwischen über 20 Millionen Karten, die zur Kommunikation von Maschine zu Maschine genutzt werden.

SMS brechen um 85 Prozent ein

Der Aufstieg der Apps hat als Kehrseite eine einbrechende Zahl an verschickten SMS-Kurznachrichten. Im Spitzenjahr 2012 versandten die Deutschen noch fast 60 Milliarden SMS, 2018 waren es bloß noch 8,9 Milliarden, ein Rückgang von 85 Prozent. Durchschnittlich schrieb damit jeder Kunde nur noch fünf SMS im Monat. Große Auswirkungen besonders beim Datenvolumen hatte offenbar die Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union. Kunden deutscher Mobilfunkanbieter nutzten im vergangenen Jahr 66,4 Millionen Gigabyte im Ausland, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Änderung der EU-Roaming-Verordnung war im Juni 2017 in Kraft getreten.

Finanziell zahlen die Kunden trotz stärkerer Nutzung des Mobilfunks anscheinend nicht mehr, sofern sie nicht mehrere SIM-Karten nutzen. Der durchschnittliche Umsatz der Telekommunikationsunternehmen pro SIM-Karte lag zuletzt bei 11,84 Euro im Monat, ähnlich wie schon im Vorjahr. Vor fünf Jahren betrug er noch mehr als 13 Euro. Nicht eingerechnet sind dabei die Gerätekosten. Der Gesamtumsatz der Telekommunikationsbranche ist seit Jahren stabil. Fortschritte gab es beim LTE–Ausbau. Die Zahl der Basisstationen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent. Damit erreicht die Telekom eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent der Einwohner. Vodafone und Telefónica stehen mit 93 und 88 Prozent etwas schlechter da.

Quelle: F.A.Z.
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