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Discounter

Lidl gibt Rabatte gegen Daten

Von Susanne Preuß
 - 14:25

Payback und die Deutschlandcard sind als Bonuskarten und Mittel der Kundenbindung weit verbreitet, jetzt bringt auch der Discounter Lidl ein solches Angebot – und zwar gleich in der digitalen Form, als App fürs Handy mit dem Namen „Lidl Plus“. Die Möglichkeit zu sparen und Schnäppchen zu ergattern stellt Lidl in den Vordergrund: Jede Woche gebe es neue Rabattcoupons direkt aufs Handy, als „Knaller“ werden bestimmte Aktionsprodukte noch einmal viel billiger angeboten – diese Woche zum Beispiel das Pfund Melitta-Kaffee für 2,95 Euro. Die Rabatte werden direkt abgezogen, wenn die Smartphone-App an der Kasse gezeigt wird, und das wird dann wiederum belohnt mit einem Rubbellos, das weitere Rabatt-Coupons beinhaltet. Auch Angebote von Partnerunternehmen werden den Lidl-Kunden unterbreitet.

Was dem Kunden das Sparen ist, ist dem Discounter das Daten-Sammeln. „Lidl Plus ist Teil der digitalen Weiterentwicklung bei Lidl“, lautet die vielsagende Einordnung des Digital-Geschäftsführers von Lidl Deutschland, Dominik Eberhard.

Technisch machbar ist schließlich schon vieles, wie etwa bei Wanzl in Leipheim zu besichtigen ist, jenem Spezialisten für Einzelhandelstechnik, den man früher nur als Lieferanten von Einkaufswägen kannte. „Während im E-Commerce penibel registriert wird, welcher Artikel angeschaut wurde und was letztlich gekauft wurde, kennt man im stationären Einzelhandel nicht einmal seine Stammkunden“, beschreibt Wanzl-Digital-Manager Andreas Starzmann die aktuelle Situation – doch Wanzl bietet dank Sensortechnik und Software Abhilfe an. Stehen Kunden unschlüssig vor einem Regal, kann ihnen gezielt Werbung aufs Handy gespielt werden, um sie zu einem Impulskauf zu animieren.

Persönliche Angaben werden mit 5 Euro belohnt

Das muss sich nicht auf den Laden selbst beschränken. Ein Kunde, der laut Kundenkonto regelmäßig ein paar Flaschen Cola in diesem Geschäft kauft, könnte schon dann eine Push-Nachricht mit einem Sonderangebot für Cola bekommen, wenn er sich in der Nähe des Geschäfts befindet.

Individualisierte Angebote seien bis auf weiteres nicht Teil von „Lidl Plus“, heißt es bei dem Discounter nun ausdrücklich. Die passenden Daten werden gleichwohl aufgenommen. Die Anmeldung zur App mit persönlichen Angaben wird mit 5 Euro belohnt, die Kassenzettel werden digitalisiert aufgehoben. Das spare Papier, heißt es in der Lidl-Mitteilung und: es stelle den Nutzern „transparent dar, wie viel Geld sie mit Lidl Plus beim Einkauf gespart haben.“ Die Ortung ist in der App ebenfalls eingebaut – schließlich ist die Funktion nötig für den „Filialfinder“, den man von anderen Kunden-Apps schon gewöhnt ist.

Die vom eigenen IT-Team in Barcelona entwickelte App soll sich ohnehin noch verändern. Auch eine Zahlfunktion sei vorstellbar, hieß es schon vor einem Jahr in der Zentrale der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört: Man habe durchaus digital-affine Kunden. Die Deutschen allerdings seien traditioneller in dieser Hinsicht, heißt es zur Begründung, warum das Heimatland nicht die Vorreiterrolle übernommen hat. Gestartet wurde Lidl Plus schon 2016 in Spanien, gefolgt von Dänemark, Österreich und Polen.

Quelle: FAZ.NET
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
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