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Schutz vor fremden Hackern

Russland übt den Internet-Austritt

Von Christian Steiner, Moskau
 - 13:54

Die russischen Telekomunternehmen sind in Rage. Sie befürchten langfristige Schäden durch ein neues Gesetz, das russische Internetprovider vor ausländischen Hackerangriffen schützen soll.

Ein am Dienstag in erster Lesung angenommener Gesetzesentwurf sieht vor, dass im „Angriffsfall“ der russische Teil des Internets vom Rest der Welt abgekapselt werden soll. Die Netzwerkbetreiber sollen sich also von allen Servern, die außerhalb Russlands liegen, loslösen. Die russischen Parlamentarier wollen mit ihrem Vorgehen auf die Drohgebärden der Amerikaner reagieren. So habe Washington Russland mehrfach gedroht, dass man das Land wegen seiner Cyberattacken sanktionieren will.

Zu den im Gesetz beschriebenen Maßnahmen gehört der Aufbau einer eigenen Version des Adresssystems des Internets (DNS). Nur so kann das Netz in Russland ohne Zugang zu ausländischen Servern weiter funktionieren. Der Teufel liegt im Detail. Vieles ist noch in der Schwebe. Im angenommenen Gesetzesentwurf ist noch nicht klar, wie das Vorhaben genau umgesetzt werden soll und wer die Kosten trägt.

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Russlands Firewall

Russische Unternehmen sind besorgt. Die Internetprovider stehen zwar grundsätzlich hinter dem Eingriff, wollen aber nicht zur Kasse gebeten werden. Die Unternehmen wollen deshalb vor der zweiten und entscheidenden Lesung wissen, was auf sie zukommt und dem Parlament Zugeständnisse abringen.

Dazu soll eine außergewöhnliche Maßnahme helfen. Wie die Wirtschaftszeitung RBK kürzlich berichtete, wollen die Internetprovider Megafon, Beeline, MTS und Rostelecom offenbar einen Test durchführen, der eine Abkapselung Russlands simuliert. Die Unternehmen wollen damit dem Parlament mögliche Probleme des Gesetzes aufzeigen. Wann genau der Test stattfinden soll ist noch nicht klar. Doch die Konzerne müssen sich beeilen. Die zweite Lesung des Parlamentes könnte schon im April stattfinden.

Die russische Regierung geht seit Jahren gegen die Freiheit im Internet vor. Die Putin-Regierung wurde 2011 von Massenprotesten in Russland überrascht. Die meist jungen Menschen organsierten sich hauptsächlich über soziale Netze. Seither hat der Kreml die Meinungsfreiheit im Netz massiv eingeschränkt. Das eigentliche Ziel des Kremls ist laut Kritikern, etwas Ähnliches wie Chinas „Great Firewall“ zu implementieren.

Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass dieses Ziel erreicht wird. Schaut man sich an, wie andere technische Verbote in Russland umgesetzt werden, werden sich wohl auch dieses Mal Schlupflöcher finden. Am eindrücklichsten zeigt dies das Hin und Her um den populären Nachrichtendienst Telegram, der von den Behörden seit fast einem Jahr nicht blockiert werden konnte.

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Quelle: FAZ.NET
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