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Spionageverdacht

Huawei-Manager in Polen festgenommen

 - 11:32

In Polen ist ein chinesischer Mitarbeiter des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Ebenfalls in Gewahrsam sei ein polnischer Cybersicherheitsexperte, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur PAP am Freitag. Beide würden für drei Monate festgesetzt und wurden offenbar schon am Dienstag verhaftet.

Laut dem Fernsehsender TVP wurden auch die örtlichen Büros von Huawei durchsucht. Unterdessen gab die Telekomfirma Orange Polska bekannt, der polnische Inlandsgeheimdienst habe am Dienstag Büros durchkämmt. Es seien Materialien von einem Mitarbeiter sichergestellt worden.

Nach Angaben des Geheimdienstes wurden die beiden am Dienstag unter dem Verdacht festgenommen, „zum Nachteil Polens für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet zu haben“. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem verdächtigen Polen um einen früheren Mitarbeiter der polnischen Spionageabwehr handeln, der zuletzt als Berater für Cyber-Sicherheit für den französischen Mobilfunkanbieter Orange in Polen arbeitete.

China ist beunruhigt

Die chinesische Regierung reagierte am Freitag „zutiefst beunruhigt“ auf die Festnahme des Chinesen. China fordere alle betroffenen Länder auf, derartige Fälle „fair und in Übereinstimmung mit dem Gesetz zu behandeln“ und die „Rechte und Interessen der Betroffenen zu schützen“, erklärte das Außenministerium in Peking.

Westliche Geheimdienste unter Federführung der Vereinigten Staaten werfen Huawei vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen und vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür enthalten, um an Staats- oder Unternehmensgeheimnisse zu gelangen.

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Zoff mit China
Huawei-Finanzchefin gegen Kaution vorerst freigelassen

Ausschluss von 5G-Ausbau

Huawei erklärte, das Unternehmen wisse „von der Situation“ und prüfe den Fall. Huawei halte sich in allen Ländern „an die Gesetze und Vorschriften“ und jeder Huawei-Mitarbeiter im Ausland sei aufgefordert, dies ebenfalls zu tun.

Australien und Neuseeland haben Huawei jedoch inzwischen vom 5G-Ausbau ausgeschlossen. Auch andere westliche Staaten überprüfen, ob sie Huawei-Ausrüstung in ihren Telekomnetzen weiterhin erlauben sollten.

So gab es am Donnerstag Berichte, wonach die Regierung in Norwegen den Ausschluss des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei vom Aufbau der für den neuen Mobilfunkstandard 5G notwendigen Infrastruktur prüft. Norwegen teile die gleichen Bedenken wie die Vereinigten Staaten und Großbritannien, sagte Justizminister Tor Mikkel Wara im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es würden konkrete Schritte erwogen.

Bisher pflegt Huawei enge Beziehungen mit den Telekommunikationsunternehmen in Norwegen. So arbeitet der vom Staat kontrollierte Telenor-Konzern seit zehn Jahren mit den Chinesen zusammen. Dies öffnete dem Nokia- und Ericsson-Konkurrenten viele Türen in Europa. Auch der Wettbewerber Telia setzt aktuell Huawei-Ausrüstung in seinem 4G-Netz ein.

Anfang Dezember war die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada festgenommen worden. Inzwischen wurde sie gegen Zahlung einer Kaution unter strengen Auflagen freigelassen. Das Verfahren zu ihrer Auslieferung an die Vereinigten Staaten läuft. Washington wirft der Unternehmerin Verstöße gegen die Iran-Sanktionen vor und fordert ihre Auslieferung.

Quelle: Reuters/AFP
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