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15,4 Millionen Downloads

Die Corona-App überzeugt

Von Stephan Finsterbusch und Thiemo Heeg
Aktualisiert am 10.07.2020
 - 17:13
Zwei Waffen gegen Corona: Die Maske und die App
Anfangs war sie höchst umstritten. Jetzt freunden sich immer mehr Deutsche mit der Smartphone-Software gegen die Pandemie an. Aber sie hat weiterhin ihre Tücken.

An der deutschen Corona-Warn-App scheiden sich die Geister. Verzögerte Einführung, Sorgen wegen des Datenschutzes, technische Schwierigkeiten – die Palette der Kritikpunkte ist lang. Inzwischen haben 15,4 Millionen Bundesbürger die Software auf ihr Smartphone heruntergeladen. Bezogen auf insgesamt 58 Millionen Geräte in Deutschland, wäre dies gut ein Viertel und bezogen auf die Gesamtheit der Einwohner knapp ein Fünftel. Solche Anteile sind weit entfernt von der Durchdringungsquote von 60 Prozent, die eine Corona-App Studien zufolge benötigt, um tatsächlich die Pandemie einzudämmen.

Trotzdem scheinen die Deutschen der App mehr Sympathie entgegenzubringen als bislang gedacht. „Die Corona-Warn-App überzeugt viele Bundesbürger“, konstatiert der Digitalverband Bitkom. Diese Einschätzung untermauert der Verband mit einer in der ersten Juli-Woche durchgeführten repräsentativen Umfrage unter 1005 Personen. Ein Ergebnis: Mehr als jeder zweite Smartphone-Nutzer ab 16 Jahren (53 Prozent) will die App demnach dauerhaft nutzen. Das wären 28 Millionen Menschen. Die Bevölkerung nehme die App sehr gut an, meint Verbandspräsident Achim Berg: „Verglichen mit anderen Ländern hat Deutschland die mit Abstand höchste Nutzerzahl einer solchen Tracing-App.“

Verbesserungen in Sicht

Geht man davon aus, dass die Befragten ihren Worten Taten folgen lassen, hat die Corona-App also noch erhebliches Potential. Die Smartphones von 13 Millionen warten demnach auf einen Download. Nach dem Start Mitte Juni schnellte die Zahl der Installationen zunächst rasch nach oben. In den ersten 24 Stunden wurden mehr als sechs Millionen Downloads registriert. Inzwischen hat sich die Kurve deutlich abgeflacht. Nach einer Woche waren es gut zwölf Millionen Downloads, nach zwei Wochen gut 14 Millionen. Damit ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern schon eine Marke erreicht, ab der die App ihre Wirkung entfalten kann.

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Weiteren Aufschwung erwarten die Macher von anstehenden Verbesserungen der App. Derzeit sind die Software-Ingenieure mit Hochdruck dabei, eine App-Fassung in türkischer Sprache zu erstellen. Damit soll nach den Worten eines Sprechers von SAP vor allem die türkischstämmige Community bedient werden. Darüber hinaus hat Apple zugesichert, eine noch für Juli erwartete neue Version seines iPhone-Betriebssystems iOS so einzurichten, dass die bislang auf den Displays vieler Nutzer bei der Installation erscheinende „Fehlermeldung“ nicht mehr erscheint.

All dies könnte dazu beitragen, dass die Popularität der App weiter wächst. Die allermeisten Nutzer haben sie nach Erkenntnissen des Bitkom nach wie vor im Einsatz. Nur 6 Prozent der Smartphone-Besitzer haben die App nach eigenen Angaben schon einmal installiert, danach aber wieder gelöscht. Wer sie generell ablehnt beziehungsweise nicht nutzt, lässt sich der Umfrage zufolge vor allem vom eigenen Bauchgefühl leiten. Ein Drittel der Nichtnutzer glaubt nicht an die Wirkung, jeder Vierte äußert Datenschutzbedenken. Jeder Fünfte macht sich Sorgen, auf diese Weise von der Bundesregierung ausspioniert zu werden. 11 Prozent der Nichtnutzer geben an, dass ihr Smartphone nicht über die nötigen Systemanforderungen verfügt. Doch selbst wenn jene Personen über ein passendes Gerät verfügen würden, sprechen sich davon 41 Prozent gegen die App aus.

„All diese Bedenken sind unbegründet und ignorieren die Fakten. Die App erfüllt die höchsten Datenschutzanforderungen, Rückschlüsse auf einzelne App-Nutzer sind ausgeschlossen“, sagt Bitkom-Präsident Berg. Und auch mit geringem monatlichem Datenvolumen sei die App immer nutzbar. In Deutschland werde sie nicht auf den Datenverbrauch angerechnet. Viele Deutsche machen sich darüber unterdessen wenig Sorgen. 40 Prozent der App-Nutzer empfinden den Einsatz „schlicht als ihre gesellschaftliche Pflicht“, so der Digitalverband.

Quelle: F.A.Z.
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