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Chinas Baidu fordert das Silicon Valley heraus

Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai
15.02.2018
, 16:13
Hat ein ähnliches Geschäftsmodell wie Google: Baidu
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Der Suchmaschinenbetreiber hat sein Geschäftsmodell von Google nahezu eins zu eins kopiert, sagen Kritiker. Und anders als Alibaba und Tencent will Baidu auch international angreifen.
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Es war ein Auftritt in der Höhle der Löwen. Als sich der Pekinger Internetkonzern Baidu vergangene Woche auf der Innovationsmesse CES im amerikanischen Las Vegas der Presse stellte, wirkte es wieder einmal so, als seien die Vormachtstellung des Silicon Valley und seiner Internetindustrie bald nur noch Geschichte. Im Rennen um die Serienreife des ersten selbstlenkenden Roboterautos könnten die Chinesen den Internetgiganten Google bald abhängen, titelten die amerikanischen Technikseiten. Selbst die „Technology Review“ der Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus Cambridge berichtete ehrfurchtsvoll, wie „angenehm langweilig“ die Fahrt in einem der autonom fahrenden Testwagen von Baidu über kalifornische Straßen sei. China hänge Amerika technologisch ab, lautete das Urteil der Reporterin – und zu verdanken sei das ausgerechnet einem Konzern, der sein Geschäftsmodell von Google einst nahezu eins zu eins kopiert hat.

Baidu ist Chinas Suchmaschine. Weil in der Volksrepublik Google ebenso wie Tausende anderer Seiten gesperrt sind, hat das Pekinger Unternehmen einen Marktanteil von fast 100 Prozent in der Internetsuche. Das macht sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen bemerkbar: Baidu hat im vergangenen Jahr so viel Geld verdient wie nie. 2,4 Milliarden Dollar beträgt das operative Ergebnis im Jahr 2017. Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um ein Fünftel auf 13 Milliarden Dollar. Wie Google verdient Baidu vor allem mit den Erlösen aus Anzeigen auf seinen Internetplattformen. In einem Land, das mittlerweile 772 Millionen Internetnutzer zählt, ist das ein weltweit unvergleichlicher Wachstumsmarkt. Allein im vergangenen Jahr gingen 41 Millionen Chinesen zum ersten Mal online – zum ganz überwiegenden Teil auf ihrem Smartphone, auf dem Baidu drei Viertel seiner Erlöse einspielt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Ankenbrand, Hendrik
Hendrik Ankenbrand
Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
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