Hackergruppe „Phosphorus“

Cyber-Attacke auf Münchner Sicherheitskonferenz gestoppt

Von Corinna Budras
28.10.2020
, 13:27
Die Zahl der Cyber-Attacken in Deutschland nimmt zu.
Der Angriff richtete sich gegen mehr als 100 Teilnehmer „mit hohem Bekanntheitsgrad“, wie Microsoft am Mittwoch bekannt gab. Aktuell mehren sich die Meldungen über groß angelegte Cyber-Attacken in Deutschland.
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Der amerikanische Softwarekonzern Microsoft hat Cyber-Angriffe einer iranischen Hackergruppe auf Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz im kommenden Jahr abgewehrt. Das gab der Microsoft Sicherheits-Manager Tom Burt am Mittwoch in einem Blogpost bekannt. Dabei sei es um Angriffe der Gruppe „Phosphorus“ gegangen, die sich gegen mehr als 100 Personen „mit hohem Bekanntheitsgrad“ gerichtet hätten, teilte Microsoft mit, ohne konkrete Namen zu nennen.

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Die Cyber-Spionage-Gruppe habe sich als Organisator von Konferenzen ausgegeben, darunter auch für die Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2021, und mit gefälschten Einladungen an ehemalige Regierungsbeamte, Politikexperten, Wissenschaftler und Führungskräften von Nicht-Regierungs-Organisationen geschickt. Um die Reiseängste während der Covid-19-Pandemie zu zerstreuen, habe Phosphorus den Adressaten angeboten, per Videokonferenz teilzunehmen. Dabei waren die Angreifer in manchen Fällen wohl zunächst auch erfolgreich – unter anderem bei einem ehemaligen Botschafter. Die Münchner Sicherheitskonferenz findet einmal im Jahr statt und widmet sich schon seit Jahren der Bekämpfung von Cyber-Angriffen.

Der Vorfall zeige, dass die Zahl der Angriffe auch in Deutschland zunehme, sagte der Cyber-Security-Manager, Stratos Komotoglou. Und das nicht nur auf ehemalige und aktuelle Regierungsbeamte, sondern auch vermehrt auf Führungskräfte aus der freien Wirtschaft sowie öffentliche Träger und Behörden wie die Düsseldorfer Uniklinik und das Robert Koch-Institut. Die Attacken bedienten sich des aktuellen Geschehens, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Neben der Informationsbeschaffung durch Phishing sieht Microsoft auch Ransomware als eine der größten Bedrohungen an. Dabei geht es um Erpressungssoftware, die sich zunächst unerkannt in Unternehmen verbreitet.

Quelle: FAZ.NET
Autorenportät / Budras, Corinna
Corinna Budras
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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