FAZ plus ArtikelDeutschland hinkt hinterher

Stillstand in der Künstlichen Intelligenz

Von Julia Löhr, Berlin
30.09.2018
, 21:01
Stillstand auch schlecht für Wirtschaft: Ohne Künstliche Intelligenz  geht etwa beim autonomen Fahren nichts.
Milliarden sind im Spiel, aber die Standortsuche für das geplante deutsch-französische KI-Zentrum gestaltet sich schwierig. Vertreter aus der Wirtschaft sind ernüchtert.

Es sollte ein wichtiges Signal sein, dass Deutschland es mit der Digitalisierung ernst meint: der Aufbau eines deutsche-französischen Forschungszentrums zur Künstlichen Intelligenz, das CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellt haben. Länder wie China und Amerika stecken Milliarden in die Technik, die Softwareprogramme so schlau machen sollen wie das menschliche Gehirn. Ohne Künstliche Intelligenz (KI) geht etwa beim autonomen Fahren nichts. Aber nun ist der Ehrgeiz der großen Koalition schon wieder erlahmt. Ein solches Forschungszentrum wird es so schnell nicht geben.

Bis zum Freitag vergangener Woche liefen die Konsultationen. Was sich früh andeutete, hat sich dann bewahrheitet: Die Suche nach einem geeigneten Standort für ein solches Zentrum ist schon auf deutscher Seite so schwierig, dass die Beteiligten – drei Ministerien, das Kanzleramt und sechzehn Ministerpräsidenten – von der Idee lieber Abstand nehmen. Stattdessen will man nun die vorhandenen Forschungsinstitute auf diesem Gebiet in einem Netzwerk zusammenzuspannen. „Deutschland hat schon viele gute KI-Zentren“, sagte ein Sprecher des federführenden Bundesforschungsministeriums der F.A.Z. „Jetzt geht es darum, diese auszubauen und besser zu vernetzen. Daran arbeiten wir mit Hochdruck.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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