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Die Macht der Datenbarone

Von Thomas Ramge und Viktor Mayer-Schönberger
19.06.2022
, 20:18
Elon Musk und Co.: Die Jagd nach den Daten.
Zielt Elon Musk mit seinem Interesse an Twitter wirklich auf mehr Meinungsfreiheit? In jedem Fall geht es um den Zugang zu Daten – mit denen freie Gesellschaften viel Gutes tun könnten.
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Elon Musk, der reichste Mann der Welt, beabsichtigt, den Kurzmitteilungsdienst Twitter zu übernehmen, das politisch einflussreichste soziale Medium der Welt. Diese Nachricht versetzte nicht nur die stets meinungsstarken Twitter-Nutzer Ende April in helle Aufregung. Musk sagte, er wolle vor allem Meinungsfreiheit auf der Plattform endlich wieder herstellen und womöglich auch dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump seinen einst wichtigsten Kommunikationskanal zurückgeben. Tatsächlich dürfte der Ruf nach Meinungsfreiheit eher eine Nebelkerze sein – Musk zündete sie und lenkt damit vom wahren Wert des Unternehmens ab: dem exklusiven Zugang zu einem gigantischen Datenschatz.

Jeden Tag werden mehr als 800 Millionen Tweets auf Twitter gepostet, die von den Nutzerinnen und Nutzern des sozialen Netzes betrachtet, beantwortet, ge­liked und abermals gepostet werden. Jede dieser Reaktionen erzeugt Daten. Hinzu kommen Zeit und Ort und die Verknüpfung zu bestimmten Personen und deren Tweets. Fachleute nennen das einen so­zialen Graphen. Es ist der Puls der Ge­sellschaft – keineswegs repräsentativ und vielfach verzerrt. Trotzdem eröffnen Twit­ters Daten einen einzigartigen Einblick in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Trends lassen sich früh er­kennen, Wellen von Meinungen und Themen nicht bloß geographisch und zeitlich zuordnen, sondern auch in ihrer weiteren Entwicklung mit teilweise ho­her Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Viele wissenschaftlichen Studien haben un­tersucht, wie gut dies wann und wie ge­lingen kann. Diese Studien zeigen: Twitters Datenschatz birgt höchst wertvolle Einsichten für Produktentwicklung, öf­fentliche Gesundheit und Katastrophenschutz, politische Stimmung und Wählerverhalten.

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