Elektronikhersteller

Samsung steigert Quartalsgewinn um 72 Prozent

Von Patrick Welter, Tokio
29.07.2021
, 08:09
Samsung profitiert von der großen Nachfrage nach Computern.
Südkoreas Vorzeigeunternehmen erwartet, dass die starke Nachfrage nach Computerchips und Speicherbausteinen in den kommenden Monaten andauern wird, auch wenn es zu Engpässen wegen Störungen in der Lieferkette kommen kann.
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Samsung Electronics erwartet, dass die große Nachfrage nach Halbleitern in der zweiten Jahreshälfte andauern und sich vorteilhaft entwickeln werde. Das Unternehmen warnt aber zugleich vor wirtschaftlichen Gefahren des Wiederaufflammens der Corona-Infektionen in vielen Ländern. Die Risiken andauernder Störungen des Angebots von Vorprodukten und die Unsicherheit über Covid-19 dürften bestehen bleiben, erklärte das Unternehmen zur Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am Donnerstag.

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Der südkoreanische Elektronikhersteller schloss das vierte Jahr mit einem Überschuss von 9,45 Billionen Won (7 Milliarden Euro) ab, 72 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der größte Hersteller von elektronischen Speicherbausteinen und Smartphones demonstrierte dabei abermals, wie die beiden großen Säulen des Geschäfts sich betriebswirtschaftlich ergänzen. Der geringere Verkauf von Smartphones und Handys wurde durch einen deutlichen Umsatzanstieg im Geschäft mit Computerchips und Speicherbausteinen mehr als ausgeglichen.

Der gesamte Umsatz stieg nach den Angaben um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 63,7 Billionen Won (47 Milliarden Euro). Samsung steigerte den operativen Gewinn um 54 Prozent auf 12,57 Billionen Won. Diese Kennzahlen fielen leicht besser aus als von Samsung Anfang Juli vorab geschätzt.

Hohe Nachfrage nach Computern

Die Auslieferung von Speicherbausteinen und die Preissteigerungen am Markt hätten in dem Quartal die Erwartungen übertroffen, begründete Samsung die signifikante Verbesserung des Betriebsgewinns in diesem Segment. Der Umsatz im Bereich Halbleiter stieg um 25 Prozent 42,7 Billionen Won. Der operative Gewinn legte um 28 Prozent 6,9 Billionen Won zu. Das Geschäft wird von der großen Nachfrage nach Computern und großen Datenrechnern getragen, die aus dem coronabedingten Trend zur Arbeit von Zuhause aus resultiert. Samsung kam auch zugute, dass es seine Kapazitäten für die Halbleiterproduktion ausbaute und die wetterbedingten Produktionsstörungen in einer Fabrik in Texas schneller als erwartet hatte beheben können. Die Koreaner erwarten, dass die starke Nachfrage in den kommenden Monaten andauern wird, auch wenn es zu Engpässen wegen Störungen in der Lieferkette kommen könne.

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Weniger erfolgreich verlief für das wichtigste Unternehmen Südkoreas von April bis Juni das Geschäft mit Smartphones. Der Umsatz lag mit 21,4 Billionen Won zwar 8 Prozent höher als vor einem Jahr, brach gegenüber dem Vorquartal aber um 24 Prozent ein. Der Grund dafür sind unter anderem Engpässe bei einzelnen Bauteilen und Corona-bedingte Produktionsstörungen in einer Samsung-Fabrik in Vietnam.

Samsung steuerte nach eigenen Angaben gegen, indem es das Angebot in der globalen Lieferkette ausbalancierte. Das schlug sich deutlich im operativen Ergebnis nieder. Die operative Gewinnmarge in dem Geschäftssegment fiel gegenüber dem ersten Quartal nur von 15 auf 14,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal, dass noch stärker durch die Corona-Pandemie belastet war, steigerte Samsung den Betriebsgewinn im Geschäft mit mobiler Kommunikation um 66 Prozent auf 3,24 Billionen Won.

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Erwartet wird, dass der südkoreanische Elektronikgigant im August ein neues Modell seiner aufklappbaren Smartphones vorstellen wird. Die Spekulationen richten sich darauf, dass Samsung mit Preissenkungen mehr Kunden für diese Modellvarianten gewinnen wolle.

Das Quartalsergebnis wurde verbessert durch eine Sonderzahlung im Geschäft mit Bildschirmen. Samsung macht dazu keine näheren Angaben, doch Analysten vermuten, dass es sich dabei um eine Zahlung von etwa 1 Billionen Won des amerikanischen Elektronikanbieters Apple handele. Solche Strafzahlungen sind üblich, wenn Apple die Zahl der vorab bestellten Bildschirme für seine Produkte wieder zurücknimmt.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Welter, Patrick
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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