FAZ plus Artikel3D-Druck in Deutschland

Gold aus dem Drucker macht auch nicht reich

Von Georg Giersberg, Uwe Marx
15.11.2018
, 23:12
Frisch aus dem 3D-Drucker: ein Sportwagen auf der Messe Formnext
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Häuser, Panzer, Autos? Alles kein Problem. Die Phantasie im 3D-Druck kennt kaum Grenzen. Die industrielle Realität sieht aber anders aus.
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Mascara-Bürsten sind klein. Viele Frauen nutzen sie, um Wimperntusche aufzutragen. Von der Bürstenform hängt es ab, wie schnell man Wimpern flächendeckend benetzt. Die Form ist filigran – und damit ideal für den 3D-Druck. 12 Millionen Mascara-Bürsten sind schon auf 3D-Druckmaschinen des Unternehmens Eos hergestellt worden. Es ist einer der führenden Druckerhersteller für 3D-Druck und einer der wenigen, der Anlagen für Metall- und für Kunststoffdruck produziert. Der Markt für 3D-Druck wächst zweistellig, eher um 30 als um 10 Prozent im Jahr, sagt Christoph Schumacher, Marketingleiter beim Maschinenbauer Arburg aus dem Schwarzwald. Dabei geht es aber nicht um Phantasiedrucke wie Häuser oder Waffen, sondern um Brillen, individuell bedruckte Legosteine, Teile für die Auto- und Luftfahrtindustrie oder die Medizintechnik. Kurzum: Die Branche ist lebhaft wie nie, aber sie stößt auch an Grenzen.

Der Einsatz der 3D-Technik ist schwieriger als gedacht. Seit Jahren wird viel über sie gesprochen, aber der großindustrielle Einsatz ist noch nicht erfolgt. Zwar hat der 3D-Druck die Phase des Experimentierens und der bloßen Prototypenherstellung hinter sich gelassen. Er wird jetzt in die industrielle Fertigung integriert. Aber das geht nicht so schnell, wie manche dachten, sagt Adrian Keppler, Chef von Eos aus Krailing bei München: „Das Anwendungswissen ist noch zu gering in der Industrie.“ 3D-Druck müsse viel stärker als weiteres, neues Produktionsverfahren in den Köpfen der Verantwortlichen verankert werden, sagte er auf der Formnext, der global wichtigsten Messe für 3D-Druck in Frankfurt. Hier zeigen 550 Aussteller aus 23 Ländern die neueste Technik und neueste Anwendungen. Neben vielen wenig bekannten Unternehmen sind hier Stände von DMG Mori, Trumpf oder General Electric zu sehen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Marx, Uwe
Uwe Marx
Redakteur in der Wirtschaft.
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