FAZ plus ArtikelDigitaler Wandel bei Otto

„Es schmerzt zu sehen, wie man in alte Muster verfällt“

Von Sven Astheimer, Carsten Knop und Jonas Jansen
08.10.2018
, 16:28
Alexander Birken ist Vorstandsvorsitzender der Otto Group.
Quelle und Neckermann sind Geschichte, Otto ist noch da. Konzernchef Birken über die digitale Zukunft, den nötigen Kulturwandel und warum der Hauptkatalog sterben muss.

Als Alexander Birken vor 27 Jahren angefangen hat, für den Versandhändler Otto zu arbeiten, gehörte er als Baby-Boomer zu jener Spezies, die im Vorstellungsgespräch zahm und eher duckmäuserisch war. Heute sagen Bewerber, dass sie Donnerstags keine Zeit haben, weil dann Bandprobe ist. Das Selbstverständnis von Arbeitnehmern hat sich stark gewandelt, das merkt auch der Vorstandsvorsitzende der Otto Group. Doch ist er sich sicher, dass sich die Kernwerte nicht wandeln: Respekt, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit. Werte, die auch erhalten bleiben müssen, wenn sich ein Unternehmen von Grund auf verändert. „Junge Leute wollen heute mehr Sinn in der Arbeit sehen“, sagt Birken. „Wir konkurrieren um Talente mit allen Top-Unternehmen in Deutschland – aber wir bekommen sie auch, weil wir unsere Werte klar kommunizieren.“ Otto will ein nachhaltiges Logistik-Unternehmen sein.

Nachhaltig heißt auch: langfristig erfolgreich. Damit das funktioniert, befindet sich die Otto-Gruppe gerade mitten im Übergang in eine, in der das digitale Geschäft immer wichtiger wird. Wer heute an Händler denkt, dem dringen die früher vertrauten Namen wie Quelle oder Neckermann nur noch als fernes Echo ins Ohr. Onlinehändler, ganz vorne natürlich Amazon, haben das Zepter übernommen. Dass die heute verschwundenen mal Handelsriesen waren, ist dabei gar nicht so lange her. Nach der Wiedervereinigung wuchsen sie fast alle um 40 Prozent und mehr, wichtig waren damals nur Fragen wie: gibt es ausreichend Lastwagen Kataloge und Waren?

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Sven Astheimer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
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