Drei Fragezeichen und Co

Sony Music startet eigene Hörbuch-App

Von Benjamin Fischer
15.04.2021
, 11:43
Die Hörspiele aus dem Hause des Musikunternehmens sind schon lange auch auf Spotify & Co verfügbar. Mit dem eigenen Dienst will Sony nun vor allem bei Kindern punkten. Das versucht auch Konkurrent Universal.

„Gerade in Deutschland sind Hörbücher sehr beliebt“, bemerkte Deezer-Chef Hans-Holger Albrecht im September vergangenen Jahres gegenüber der F.A.Z. Dieser Umstand hatte den französischen Streamingdienst kurz zuvor zum Start einer gesonderten Hörbuch-App animiert. Ein kostenloses Zusatzangebot für Abonnenten, die wie bei Spotify im Standard-Angebot monatlich 9,99 Euro zahlen und mit einer gesonderten Bookmark-Funktion versehen.

Das Feld ist offenbar so reizvoll, dass nun Sony Music erstmals einen eigenen Streamingdienst anbietet – nur für Hörbücher. Das Musikunternehmen profitiert dabei davon, dass es mit dem Label Europa die Heimat diverser bekannter Hörspiele wie den Drei Fragezeichen besitzt, das nach Sony-Angaben mit 54 Prozent Marktführer im Hörspiel-Bereich ist.

Fokus auf Kinder

„Die hohe Popularität von Hörspielen ist im deutschsprachigen Raum einfach ungebrochen und bietet durch Streaming weiterhin starkes Wachstumspotential“, wird Sony-Manager André Mühlhausen in der Mitteilung des Unternehmens zitiert. „Letztlich sehen wir uns nicht nur als Content-Anbieter, sondern wollen allen einen bequemen und direkten Zugang zur Europa-Hörspielwelt bieten.“ Der „Hörspiel-Player“ wird entsprechend mit den mehr als 1800 Hörspielen des Labels bestückt und sei werbefrei. Ein Abonnement kostet monatlich 5,99 Euro.

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Der Europa-Katalog ist freilich schon lange auf den gängigen Streamingdiensten wie Amazon Music, Apple Music, Spotify oder eben Deezer verfügbar. Daran werde sich nichts ändern, bestätigte eine Sony-Sprecherin. Auch neue Veröffentlichungen würden dort weiterhin hörbar sein. Neben den Streamingdiensten mit ihren Musikkatalogen und zunehmend auch Podcasts gibt es eine Reihe von reinen Hörbuch-Anbietern, allen voran Amazons Audible.

Universal und Lego arbeiten zusammen

Die Attraktivität in dem eigenen Angebot sieht man bei Sony darin, vor allem Kinder gesondert anzusprechen und verweist unter anderem auf den „GfK Kids Report“. Diesem zufolge wurden im vergangenen Jahr 71 Prozent der Umsätze von Audio-Kinderprodukten im Streaming erzielt. Außerdem seien längst auch Kinder im Umgang mit Tablets oder Smartphones vertraut.

Über die App sollen Eltern Kindern einen „geschützten Raum“ nur für kindgerechte Hörspiele bieten können. Also ohne beispielsweise Musik-Stücke, die sie womöglich für nicht kindgerecht halten könnten. Deezer bietet in der iPhone-Variante seiner Hörbuch-App ebenfalls einen Modus, in dem nur „familienfreundliche Inhalte“ ausgewählt werden können. Im Spotify-Familien-Abo findet sich eine ähnliche Variante.

Auch Sony-Konkurrent Universal Music hat kürzlich eine auf Kinder zugeschnittene App gestartet. „Vidiyo“ heißt das Angebot, dass Universal gemeinsam mit Lego anbietet. Hörbücher sind hier kein Thema, dafür sollen primär Sieben- bis Zehnjährige angesprochen werden, die in der App Lego-Figuren zum Tanzen bringen können – unterlegt mit Musik aus Universals Katalog.

Quelle: FAZ.NET
Autorenbild/ Benjamin Fischer
Benjamin Fischer
Redakteur in der Wirtschaft.
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