Smart Home

Euronics sieht mehr Interesse an vernetzten Geräten

Von Oliver Schmale, Stuttgart
19.12.2017
, 10:12
Das Smart Home vernetzt alle elektronischen Geräte miteinander.
Der Elektronikhändler wächst insbesondere mit Smartphones und Fernsehern. Aber die Zukunft sieht er in einem anderen Markt.
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Ein Rezeptvorschlag auf das Kochfeld des Herds oder ein schneller Blick in den Kühlschrank vom Arbeitsplatz aus, um die Einkaufsliste zu erstellen: Die Elektronikhändler-Verbundgruppe Euronics e.G mit Sitz in Ditzingen bei Stuttgart verzeichnet ein zunehmendes Interesse der Kunden nach vernetzten Großgeräten, wie Vorstandssprecher Benedict Kober sagte. „Der Deutsche kauft gerne zukunftssicher“, sagte er. Vor allem junge Menschen und Familien setzten auf solche Geräte. Eine Schwierigkeit in der Vernetzung der Gerätschaften sieht Kober in der Vielzahl der Systeme, die sich auf dem Markt befinden. Das mache die Auswahl nicht einfacher und könne für Verunsicherung sorgen.

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Bei Euronics alleine sind knapp zehn unterschiedliche Systeme zum Thema Smart Home zu haben. Unter Smart Home versteht man die intelligente Vernetzung von Hausgeräten. Beispiele sind Fenstersensoren, Zugangskontrollen oder digitale Sprachassistenten. Die Verbundgruppe will, wie andere Anbieter auch, von dem Trend profitieren. Der deutsche Smart-Home-Markt wird sich einer Studie zufolge in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich mehr als verdreifachen. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 26,4 Prozent soll der Markt bis 2022 auf 4,3 Milliarden Euro wachsen, wie aus einer im September veröffentlichten gemeinsamen Erhebung des Internetverbands eco und der Unternehmensberatung Arthur D. Little hervorging.

Besonders gut sind die Prognosen beim Energiemanagement, in denen in den nächsten fünf Jahren 1,3 Milliarden Euro umgesetzt werden sollen, bei der Licht- und Fenstersteuerung sind es demnach 1,2 Milliarden. Laut der Studie ist das aktuelle Marktvolumen in Deutschland mit 1,3 Milliarden Euro allerdings noch recht niedrig. Aktuell nutzten hierzulande 5 Prozent der deutschen Haushalte Smart-Home-Lösungen.

Die Universalfernbedienung des Menschen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (30. September) verzeichnete die Verbundgruppe einen „Umsatz leicht über Vorjahr“. Er sei sehr zufrieden, sagte Kober, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Im Vorjahreszeitraum hatten die Erlöse 3,3 Milliarden Euro betragen. Der Vorstandssprecher berichtete von einer starken Nachfrage nach Fernsehern sowie drahtlosen Kopfhörern und Lautsprechern im vergangenen Geschäftsjahr. Ein „deutliches Plus“ verzeichnete der Bereich Telekommunikation, hier besonders die Mobiltelefone. „Das Smartphone ist die Universalfernbedienung des Menschen. Mit ihm wird inzwischen das halbe Leben organisiert.“

Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober setzt auf das Smart Home.
Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober setzt auf das Smart Home. Bild: dpa

Der Bereich weiße Ware, also Kühlschränke oder auch Waschmaschinen, habe sich stabil entwickelt. Die Kunden investierten oftmals in neue Großgeräte infolge der Negativzinsen. „Für Sparguthaben bekommen sie nicht viel.“ Neben weniger Stromverbrauch sei oftmals eine Steuerungsmöglichkeit eines solchen Geräts per App via Mobiltelefon ein weiterer Kaufanreiz für die Kunden.

Wie hoch konkret der über das Internet erzielte Umsatz innerhalb der Verbundgruppe ist, konnte Kober nicht sagen. „95 Prozent der Endverbraucher schauen zunächst im Internet nach, bevor sie kaufen.“ Es sei entscheidend, die Kunden in die Läden zu bekommen. Denn: Bei Euronics kommen den Angaben zufolge auf 1 Euro über das Internet erzielten Umsatz 2 bis 3 Euro an Erlösen, die im stationären Handel erwirtschaftet werden. Konkrete Angaben zur Höhe des Online-Umsatzes machte der Manager nicht. Die Erlöse seien relevant. Die Verbundgruppe zählt aktuell insgesamt 1462 Mitglieder an 1612 Standorten. Der Verbundhändler kämpft wie die gesamte Branche auch mit dem Thema Nachfolge. Die Anforderungen an einen Handelsbetrieb seien stetig am wachsen. In der zunehmenden Digitalisierung sieht der Vorstandssprecher eine Chance, junge Leute für die Übernahme eines Geschäfts zu begeistern.

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Quelle: F.A.Z.
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