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Facebook

Diese Regulierung schwebt Mark Zuckerberg vor

Von Alexander Armbruster, Brüssel
 - 16:49
Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Montag in Brüssel bei einem Treffen mit EU-Kommissarin Vera Jourova

Mark Zuckerberg plädiert dafür, Internet-Plattformen wie Facebook mehr als bislang gesetzlich zu einzuhegen, dabei aber einen neuen Regulierungsansatz zu verfolgen. „Am wichtigsten ist uns ein neuer Rahmen für freie Meinungsäußerung online, der einbezieht, dass das Internet und soziale Medien sich von der bisher existieren analogen Industrien unterscheiden“, sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende des größten sozialen Netzwerks der Welt während eines Pressegesprächs in Brüssel. Derzeit existierten zwei Regulierungsansätze, mit denen die Menschen vertraut seien – einer für Telekommunikationsunternehmen, ein zweiter für Zeitungen und andere ähnliche Medien.

Während ein Telefonkonzern tatsächlich nicht verantwortlich sei für das, was Menschen beispielsweise in einem Telefonat sagen, sollten für Unternehmen wie Facebook mehr Regeln gelten. „Wir haben eine größere Fähigkeit darin, zu verstehen, was in dem Netzwerk geschieht – deshalb sollten wir mehr Verantwortung haben als im Telekommunikations-Unternehmen“, sagte Zuckerberg. Andererseits hält er es für falsch, Facebook wie eine Zeitung zu behandeln und quasi Redakteure einzufordern, damit sie sich um die Inhalte dort kümmern. Das sei angesichts der schieren Menge an täglich neu hinzukommenden Inhalten technisch nicht möglich. Zuckerberg hob aber darauf ab, dass Facebook diese Inhalte nicht selbst herstellt.

Künstliche Intelligenz nutzen

Der Unternehmer schlägt demgegenüber einen Regulierungsansatz vor, der sozialen Netzwerken abverlangt, Infrastruktur vorzuhalten, die Hass im Netz eingrenzt und regelmäßig extern überprüft werden können soll. Zudem regt er an, politisch-regulatorisch Zielgrößen festzulegen dafür, wie umfangreich entsprechende Inhalte in welcher Zeit entdeckt und beseitigt werden sollten.

Dabei sei zu berücksichtigen, wie sich die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz weiterentwickeln – schon heute sei Facebook etwa in der Lage, terroristische Inhalte zu 99 Prozent zu identifizieren, bevor sie jemand sieht. Wenn es um Hassrede geht, betrage dieser Wert ungefähr 80 Prozent. Schließlich forderte Zuckerberg abermals die Gesetzgeber auf, Inhalte klarer und konkreter zu benennen, die im Internet nicht erlaubt sei sollten, auch wenn sie nicht prinzipiell illegal seien.

Speziell mit Blick auf politische Wahlen sagte er zudem: „Als privates Unternehmen wollen wir nicht so viele Entscheidungen darüber treffen, was Politiker im politischen Prozess sagen dürfen. Wir wollen mehr Orientierung von demokratischen Regierungen, wie wir damit umgehen sollen, besonders mit ausländischen Akteuren, die sich beteiligen wollen.“ Facebook verfüge mittlerweile über deutlich bessere Algorithmen, um gegen unerwünschte Wahlbeeinflussung vorzugehen.

„Unsere KI-Systeme, um Fake-Accounts zu entdecken oder Verhaltensmuster von Accounts, die sich nicht so verhalten, wie Menschen das tun, sind signifikant besser geworden.“ Die Gegner seien aber auch besser geworden. Und da gehe es nicht mehr nur um „Russland, dazu gehört auch Iran und wir haben auch einige Aktivitäten gesehen, die aus China kamen“. Generell hält er Facebook in diesem Feld aber für gut gerüstet – auch aufgrund der Zusammenarbeit mit Wahlbehörden, Gesetzeshütern und Geheimdiensten.

Zuckerberg ist in der vergangenen Woche auf der Münchener Sicherheitskonferenz aufgetreten. Am Montag hat er sich in Brüssel mit den EU-Kommissarinnen Margrethe Vestager und Vera Jourova getroffen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Armbruster, Alexander (ala.)
Alexander Armbruster
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.
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