Tom London bei Me Convention

Wie man mit Live-Hacking begeistern kann

Von Boris Schmidt, Stockholm
05.09.2018
, 18:06
Hacken kann richtig Spaß machen: Tom London auf der Me Convention
Tom London ist ein Hacker, der auch unterhalten kann. Die Me Convention in Stockholm hat er mit seinem Auftritt verzaubert – obwohl er aus seinen Tricks kein Geheimnis macht.
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Wer noch nie etwas von Tom London gehört hat, vermutet hinter dem Thema „Ethisches Hacken“ ein bedeutungsschwangeres Thema. Doch es kommt anders. Tom London ist ein Hacker, der auch unterhalten kann. London ist ein Künstlername, sein eigentlicher Name ist Thomas Webb, was ja auch gut zu seiner Profession passt.

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Seine Karriere begann der 26 Jahre alte, englische Künstler und Hacker mit 15, als er den Schulcomputer knackte, um dort besser als zuhause „World of Warcraft“ spielen zu können. Die Schule nahm ihm das nicht übel, weil er dabei Mitschülern auf die Schliche kam, die nicht jugendfreies Material herunter luden. Fortan war er der offizielle System-Administrator.

Berühmt wurde er schließlich durch seine Auftritte bei „America’s Got Talent“ im Jahr 2017. Hierfür betrieb er unglaublichen technischen Aufwand, in Stockholm war es etwas einfacher, aber kaum minder beeindruckend. Nach seinem Anfangs-Statement, ein Hacker solle stets seine Geheimnisse verraten, warf er einen Barcode an die Wand, und forderte jeden einzelnen im Publikum, auf diesen mit dem Smartphone zu fotografieren. Schon konnte er über die dahinter verborgene Internet-Adresse einige Spielereien mit denen Geräten anfangen, die den Code korrekt gelesen hatten.

Hacken kann richtig Spaß machen

Dann fragte er einen Zuschauer aus der ersten Reihe nach seiner Schuhgröße, den nächsten nach seiner Hausnummer und den dritten nach der Anzahl seiner Freundinnen. 43 mal 20 mal 6 macht 5160. Eine weitere Dame aus dem Publikum sollte dann sechs beliebige Zahlen auf ihrem Smartphone eintippen und diese mit einigen Zwischenschritten eingeben. Das Ergebnis war 810.295. Und Tom London holt ein Zettel aus der Tasche: 810.295 steht drauf.

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Die Erklärung folgte auf dem Fuß, er hatte das Smartphone gehackt und ihm befohlen, diese Zahl anzuzeigen, die nichts mit den Rechenschritten zuvor zu tun hatten. Und dreht man die Zahl um, ergibt sich das heutige Datum 5.9.2018. Fazit: Hacken kann richtig Spaß machen.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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