Konkurrenz um die Cloud

Microsoft, Google und IBM verbünden sich gegen Amazon

26.09.2018
, 17:59
Microsoft kämpft mit seinem Cloud-Angebot Azure ebenfalls um Marktanteile.
Niemand ist mit Cloud-Angeboten derzeit erfolgreicher als eine Sparte des Internetkonzerns Amazon. Nun hat sich eine Allianz gegründet, die dem mehr entgegen setzen möchte.

Große Tech-Konzerne wie Google, Microsoft und IBM haben zusammengeschlossen, um der Cloud-Sparte AWS des Onlinehändlers Amazon gemeinsam mehr entgegen setzen zu können. Sie haben sich mit anderen unabhängigen Firmen zur „Bandwidth-Allianz“ zusammengetan, sagte der Chef des Gründungsmitglieds Cloudflare, Matthew Prince, zum Auftakt an diesem Mittwoch.

Das neue Bündnis wolle AWS mit kostenlosen Angeboten und stark reduzierten Abonnements Kunden abjagen. Es gehe vor allem darum, der AWS-Praxis etwas entgegenzusetzen, die es Kunden erlaube, Daten ohne Kosten auf deren externe Server zu verlagern und erst beim Rückzug aus der Cloud Geld zu verlangen.

Hotel California

„Das ist eine Art ,Hotel California'“, sagte Prince, der sich damit auf das Hotel in einem Lied der Popgruppe „The Eagles“ bezog, aus dem Gäste jederzeit auschecken, es aber nicht verlassen können. „Es ist frei, seine Daten einzubringen, aber die Daten wieder herauszubekommen, kostet eine substantielle Menge Geld“, sagte er.

Die Allianz hat sich demnach entschlossen, es gemeinsamen Kunden zu ermöglichen, ihre Informationen über die Dienste hinweg frei zu bewegen. Oder – wie im Falle von Microsoft und Google – zu einem Erlass von ungefähr 75 Prozent des ursprünglichen Preises.

AWS ist derzeit der größte Anbieter von IT-Infrastrukturen auf externen Servern. Im vergangenen Jahr machte die rasant wachsende Amazon-Tochtergesellschaft einen Umsatz von 17,5 Milliarden Dollar. Amazon war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Allerdings ist der Konzern ebenfalls nicht untätig geblieben; er einigte sich unlängst etwa mit dem IT-Unternehmen Salesforce darauf, gemeinsamen Kunden einen kostenfreien Datentransfer zu ermöglichen.

Ohnehin gibt es in der Software-Industrie gibt es derzeit vermehrt Bemühungen, Kunden den Datenaustausch zu erleichtern. So kündigten kürzlich SAP, Microsoft und Adobe an, gemeinsame Kunden könnten künftig über die Plattformen hinweg Informationen einfacher vernetzen und zusammenführen.

Quelle: ala./Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot