Umfrage von Pew Research

Amerikas Jugendliche wollen weniger am Smartphone hängen

25.08.2018
, 16:13
Jugendliche spielen Pokemon Go in Los Angeles.
Smartphones sind eine tolle Sache. Nicht nur Erwachsene sorgen sich jedoch, dass Jugendliche zu viel Zeit damit verbringen.

Natürlich sind Smartphones sehr praktisch. Die Multifunktions-Minicomputer passen in jede Hosentasche. Jeder kann damit schnell Familie und Freunde erreichen, Fotos machen oder Videos drehen. Oder Nachrichten versenden, den richtigen Weg nachschauen und prüfen, ob der Zug pünktlich kommt.

Die Geräte sind ausgereift und haben sich in der Breite durchgesetzt. Und das in relativ kurzer Zeit. Etwas mehr als zehn Jahre, wenn man den Zeitpunkt zur Orientierung nimmt, als der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs das erste iPhone der Weltöffentlichkeit präsentierte. Das war im Jahr 2007.

Je größer die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten wird, desto leidenschaftlicher wird – wen wundert's – diskutiert, wie wir am besten mit diesen digitalen Helfern umgehen. Und welche Folgen der Umgang für uns und die Gesellschaft hat. Berichte über Smartphone-Sucht machen betroffen. Für Aufsehen sorgte auch der amtierende Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook, der während seiner Großbritannienreise eine Schule besuchte und dabei verkündete, dass er seinem Neffen davon abrät, soziale Netzwerke zu nutzen.

Nutzer üben Selbstkritik

Spannend ist in dieser Debatte einerseits, was Experten empfehlen. Aber auch, was die Nutzer über sich selbst denken. Fachleute des Forschungsinstituts Pew Research haben sich unter Jugendlichen in den Vereinigten Staaten umgehört und herausgefunden: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) von ihnen findet, dass sie zu viel Zeit vor ihren Smartphone-Bildschirmen verbringen. Und beinahe genauso viele (52 Prozent) geben an, Schritte zu unternehmen, um diese Zeit künftig zu verringern oder zu begrenzen. Wenn es um soziale Netzwerke (57 Prozent) oder Computerspiele (58 Prozent) geht, versuchen eigenem Bekunden nach noch mehr der befragten Jugendlichen, sich selbst zu limitieren.

Interessant dabei ist zudem, dass die Jugendlichen – dazu zählen Befragte im Alter zwischen 13 und 17 Jahren – sich selbst tendenziell für weniger betroffen halten als ihre Altersgenossen. Beinahe 90 Prozent der Befragten gaben nämlich an, zu viel Zeit online zu verbringen sei ein großes Problem unter Jugendlichen insgesamt und beinahe 60 Prozent äußerten die Ansicht, es handele sich um ein sehr großes Problem.

Einsam ohne Smartphone

Irgendwie online ist die Mehrheit dabei permanent. Beinahe drei Viertel (72 Prozent) geben an, meistens oder immer wieder als erstes nach dem Aufwachen nach neuen Nachrichten auf dem Smartphone zu sehen. Wie wichtig sie ihre internetfähigen Mobiltelefone finden, zeigt sich auch daran, wie sie sich fühlen, ohne ihre Geräte unterwegs zu sein. Nach eigenem Bekunden fühlen sich 56 Prozent der Jugendlichen ohne Smartphone einsam, verärgert oder verängstigt.

Große Tech-Konzerne haben infolge der Smartphone-Debatte mittlerweile reagiert. Apple und Google etwa haben unlängst Angebote vorgestellt, die Nutzern helfen sollen, ihre Zeit online zu messen und zu steuern, wenn sie das wünschen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gab bereits zum Jahresbeginn die Devise aus, dass innerhalb des sozialen Netzwerkes verbrachte Zeit künftig „besser verbrachte“ Zeit sein solle.

Gerade wenn es um Kinder und Jugendliche geht, nehmen Fachleute indes immer wieder vor allem die Eltern in die Pflicht, die Orientierung geben sollen. Und die sich nicht aus der Verantwortung ziehen können dafür, wie lange ihre Nachkommen vor Bildschirmen verbringen und was sie währenddessen machen.

Auch in diesem Punkt fördert die neue Pew-Umfrage übrigens interessante Ergebnisse zutage: Beinahe zwei Drittel der ebenfalls befragten Eltern sind eigenem Bekunden nach besorgt über die Zeit, die ihre Kinder online verbringen. 57 Prozent sagten, die Bildschirmzeit in irgendeiner Form zu begrenzen. Gleichzeitig gibt indes mehr als die Hälfte wiederum der Jugendlichen an, dass ihre Eltern häufig oder immer wieder durch deren eigene Handys abgelenkt seien, wenn sie mit ihnen versuchen zu sprechen.

Quelle: ala.
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