FAZ plus ArtikelVerlagerung von Gewinnen

Wie sich Staaten die Steuern von Apple & Co. teilen sollten

Von Wolfram Richter
03.09.2018
, 19:42
Gibt es bei Apple Steuergerechtigkeit?
Gibt es einen Grund, sich über die Steuergestaltungsmodelle von Apple & Co. zu erregen? Europa kann sich auf keine Bewertung einigen – und auch unter Experten konkurrieren drei Interpretationen.

Unternehmen wie Apple, Facebook und Google werden verdächtigt, auf ihre Gewinne in Europa nicht die Steuern zu zahlen, die der normale Steuerzahler erwartet. Nicht ganz zu Unrecht werden trickreiche Steuergestaltungsmodelle unterstellt, die sich nur bei multinationalen Unternehmen rechnen. Wirksame Gegenmaßnahmen wird man allerdings nur dann ergreifen können, wenn zuvor Einvernehmen über die Ursachen und Bewertung des mutmaßlichen Missstandes erzielt wurde. An solchem Einvernehmen fehlt es indessen.

Unter Steuerexperten konkurrieren drei Befundinterpretationen. Nach der ersten hat Europa keinen Grund, sich zu erregen. Die Gewinne, die Apple & Co. in Europa erwirtschaften, sind nicht in Europa zu versteuern, sondern allenfalls in den Vereinigten Staaten. Die Gewinne sind schließlich der Ertrag von Erfindungen und Entwicklungen, die überwiegend in Amerika gemacht wurden. Wenn Europa an deren Nutzung partizipieren will, muss es dafür Patent- und Lizenzgebühren zahlen.

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Prof. i.R. Dr. Dr. h.c. Wolfram F. Richter lehrte VWL (Öffentliche Finanzen) an der TU Dortmund und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium der Finanzen.

Quelle: F.A.Z.
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