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Sono Motors

Elektroauto-Start-up geht das Geld aus

Von Gustav Theile
 - 17:32
Das Modell Sion

Die Ambitionen sind riesig: Ein Elektroauto mit Solarpanels auf dem Dach und an der Seite will Sono Motors bauen und damit nicht weniger als die Mobilität revolutionieren. Der Sion, so der Name des Autos, soll so gestaltet sein, dass die Nutzer es mit möglichst vielen anderen teilen. Und auch in der Satzung des Unternehmens ist der Klimaschutz festgehalten. Es könnte also das Auto für die Fridays-for-Future-Demonstranten werden.

Doch nun ist das Projekt des Münchner Elektroauto-Start-ups gefährdet. Man müsse neue Finanzmittel erschließen, weil Gespräche mit internationalen Finanzinvestoren nicht erfolgreich verlaufen seien, teilt das Unternehmen mit. Sie hätten festgestellt, dass ihre Ziele „in völligem Widerspruch zu denen klassischer Finanzinvestoren stehen“, sagt Laurin Hahn, einer der Gründer von Sono Motors. „Aggressives Wachstum und schnelle Profite lassen sich mit einem nachhaltigen Unternehmenskonzept“ nicht vereinbaren. „Der klassische Finanzierungsweg hätte nicht funktioniert“, sagt Jona Christians, der zweite Gründer des Unternehmens. „Wir wollen uns nicht verbiegen.“ Dennoch bleibe man offen für Investoren, sofern sie die Ziele des Unternehmens teilen, betonen beide.

Die Produktion verzögert sich

Die Gründer setzen ihre Hoffnung nun aber auf eine Crowdfunding-Kampagne. Innerhalb eines Monats, also bis Ende Dezember, wollen sie von zukünftigen Kunden weitere 50 Millionen Euro einsammeln. Sie hoffen auf 2000 Menschen, die bereit sind, den Preis für das Auto in Höhe von 25000 Euro im Voraus zu bezahlen, der aber nur abgebucht wird, wenn die 50 Millionen Euro erreicht werden, versichern die Gründer. „Wir glauben an die Community“, sagt Hahn. „Wir sind uns sicher, dass das Erfolg haben kann.“

Die beiden bemühen sich, den Schritt als Rückkehr zu den Wurzeln zu verkaufen. Im Jahr 2016 sorgten sie mit einer Crowdfunding-Kampagne für ihr solarelektrisches Auto für Aufsehen und nahmen darüber etwa 820000 Euro ein. Deshalb sieht Christians in der neuen Kampagne ein „Rückbesinnen auf Werte“. In Finanzierungsrunden nahm das Unternehmen seitdem etliche Millionen ein.

Nun machen die beiden Gründer ihre Kunden auch zu Investoren. Denn wer zuvor schon ein Auto reserviert und dafür bezahlt habe, könne sich nun auch an dem Unternehmen beteiligen, sagt Hahn. Sollte Sono Motors in Zukunft Gewinn machen, erhalten einen Teil davon dann diese Kunden. Dafür geben die Gründer ihre Gewinnbezugsrechte in einen „Community Pool“. Unternehmensangaben zufolge halten Hahn und Christians zurzeit noch gemeinsam 64 Prozent dieser Rechte. Ihre Stimmrechte, die aktuell 74 Prozent betragen, wollen die beiden jedoch behalten. Schon bisher finanzierte sich das Unternehmen teilweise über Anzahlungen von Kunden, ein Modell, das auch der amerikanische Elektroautohersteller Tesla verwendet. Insgesamt 10000 Menschen haben nach Unternehmensangaben einen Sion reserviert und dafür Anzahlungen in Höhe von mindestens 500 Euro geleistet. 260000 Autos sollen produziert werden.

Ihre Finanzierungsprobleme schieben die beiden auch auf die Politik. Die große Koalition habe ihre Ziele im Bereich der Start-up-Förderung nicht eingehalten, klagt Hahn. Es gebe in Deutschland kaum große Investoren. Deshalb sieht er „dringenden Handlungsbedarf“. „Es muss möglich sein, ein solches Zukunftsprojekt in Deutschland umzusetzen“, sagt Hahn. Eigentlich hatte Sono Motors versichert, schon Ende 2019 mit der Produktion des Sion beginnen zu können. Noch im Januar dieses Jahres zeigte sich Hahn im Gespräch mit der F.A.Z. zuversichtlich, den Termin halten zu können. Nun teilt das Unternehmen mit, dass „die Produktion erster Fahrzeuge in den September 2021“ verschoben wird. Sono Motors hat laut Hahn zurzeit etwa 100 Angestellte.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Theile, Gustav
Gustav Theile
Redakteur in der Wirtschaft.
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