FAZ plus ArtikelCybermobbing

Wenn das eigene Kind per Whatsapp bedroht wird

Von Christoph Schäfer
17.04.2021
, 10:47
„Du kleine Schlampe“: Wenn das eigene Kind per Whatsapp übel beleidigt und mit Gewalt bedroht wird, ist eine Grenze überschritten. Was passiert, wenn man dagegen juristisch vorgeht? Ein Erfahrungsbericht.

Die Nachricht tauchte aus dem Nichts auf. Die Sonne schien, ich faltete Wäsche zusammen, als an einem Samstagnachmittag meine elfjährige Tochter plötzlich zitternd neben mir stand. „Papa schau mal“, sagte sie und streckte mir ihr Handy entgegen. Zu sehen war eine Whatsapp-Nachricht: „Hallo“ stand dort und ihr Vorname. „Weißt du was ... Du bist eine kleine schlampe du hast keine Freunde und niemand mag dich !!!!!“ Es folgten ein Video und eine weitere Nachricht: „Das mache ich mit dir heute Abend“, dazu ein grimmiger Smiley.

Das Video ist nur vier Sekunden lang. Vom Stil her könnte es einer Comedy-Serie aus dem Fernsehen entnommen sein, doch der Inhalt ist nicht lustig. Zu sehen ist, wie ein Mädchen zwei anderen Kindern mit einem Baseballschläger in die Weichteile haut. Die Getroffenen sacken zu Boden und krümmen sich vor Schmerzen. Die Wirkung, die eine solche Drohung auf eine Elfjährige hinterlässt, ist erheblich. Meine Tochter schwankte zwischen Angst und Panik, auch am Abend und in der Nacht wollte sie nicht allein sein.

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Quelle: F.A.Z.
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Christoph Schäfer
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.
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