Sextech macht es möglich

Bluetooth-Dildos und weibliche Kondome mit Zähnen

Von Lukas Erbrich
12.09.2019
, 16:30
Sextech Fachfrau Bryony Cole auf der Me Convention
Bryony Cole erklärt auf der Me Convention, wie Sex-Technologien unsere intimen Beziehungen für immer verändern könnten. Welche Rolle spielen dabei Roboter und andere Geräte?

Die Gründerin der Plattform Future of Sex, Bryony Cole hat sich viel vorgenommen. In einer halben Stunde rast sie durch das für viele Menschen völlig neue Gebiet Sextech, obwohl weniger als ein Drittel der Zuschauer davon jemals etwas gehört haben. Kurz gesagt, beschreibt Sextech Technologien, die unser Sexleben und unsere Beziehungen besser, sicherer und spannender machen könnten.

Los geht es mit Dildos, die per Bluetooth gesteuert werden und Robotern, deren Charakter durch den Nutzer auf Knopfdruck je nach Bedürfnissen, verändern können. Sextech soll aber nicht nur dafür da sein, körperliche Bedürfnisse zu befriedigen. Sextech kann auch für Therapiezwecke eingesetzt werden. So können zum Beispiel Sexualtherapien mit Robotern Menschen helfen, die sich aufgrund von Traumata nicht mehr emotional auf andere einlassen können.

Für einsame Menschen in Japan gibt es inzwischen den virtuellen Sprachassistenten „Gatebox“. In der gläsernen Box „wohnt“ die Anime Azuma Hikari in Form eines Hologramms. Die Künstliche Intelligenz Hikari kommuniziert selbst mit dem Besitzer, wenn er nicht zu Hause ist, indem Hikari diesem Nachrichten auf sein Handy schickt. Das Unternehmen, das die Gatebox verkauft, wirbt in einem Video mit dem Slogan „Somebody is home for me“. In Japan haben schon einige Menschen ihre Gatebox geheiratet.

Intimität scheint es aber nicht nur zwischenmenschlich zu geben. Im letzten Teil ihres Vortrags schildert Cole, wie Sextech-Produkte dazu beitragen können, die Zahl sexueller Missbräuche einzudämmen. In Südafrika sind Frauen durchschnittlich alle 17 Sekunden Opfer sexueller Gewalt. Deshalb gibt es dort inzwischen weibliche Kondome mit Zähnen, die sich Frauen zum Schutz einsetzen und die sich im Fall einer versuchten Vergewaltigung an das Geschlechtsteil des Mannes festkletten. So sei der Täter laut Cole gezwungen, sich zu stellen, da sich das Kondom nur mit ärztlicher Hilfe entfernen lässt.

In japanischen U-Bahnen sind Frauen immer wieder von sexueller Belästigung betroffen. Zusätzliche Sicherheitskräfte und Kameras konnten das bislang nicht verhindern. Mithilfe der App „Digi Police“ können Opfer inzwischen auf sich aufmerksam machen. Wenn diese aktiviert ist, ertönt ein lauter Stoppton oder auf dem Smartphone erscheint die Meldung: „Es gibt einen Angreifer, bitte helfen." Diese können die Opfer dann anderen Passagieren zeigen.

Quelle: FAZ.NET
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