Digitalminister Wissing

Freies Netz auch für #FotosvonEssen

12.05.2022
, 16:47
Volker Wissing (FDP), Bundesdigitalminister, diese Woche vor der G7-Digitalministerkonferenz in Düsseldorf
Bundesdigitalminister Volker Wissing hatte Essensfotos als Beispiel für einen verzichtbaren Stromverbrauch genannt. Nach Häme im Netz rudert er jetzt zurück.
ANZEIGE

Bundesdigitalminister Volker Wissing hat seine Kritik am Fotografieren von Essen nach Häme im Netz relativiert. „Jeder soll das Netz frei nutzen können, auch für #FotosvonEssen“, schrieb der FDP-Politiker am Mittwochabend bei Twitter. Die Politik müsse dafür sorgen, dass dies klimaneutral möglich sei.

Zuvor hatte Wissing die Essensfotos als Beispiel für einen verzichtbaren Stromverbrauch genannt. „Beispielsweise neigen wir dazu, dass wir unser Essen fotografieren“, sagte er nach Abschluss von Ministerberatungen der G7-Industrienationen. „Und wenn man sich die Zahl der Fotos von Essen anschaut weltweit, kommt man auf einen enormen Energieverbrauch.“ Man müsse sich die Frage stellen, ob das wirklich notwendig sei.

ANZEIGE

Bitcoin ein Stromfresser

Das Netz bestätigte danach seinen Ruf, dass es nichts vergisst: So ließen Internet-Nutzer die Instagram-Server etwas arbeiten und fischten ein Foto von 2020 heraus, auf dem Wissing vor einer Waffel mit roter Grütze zu sehen war, samt Bildunterschrift „Ein im wahrsten Sinne verwöhnter Minister“ und einer professionell anmutenden Batterie aus 30 Hashtags samt "#lecker“, "#sehrlecker“, "#foodporn“ und "#WarDasGut“. 2021 gab es ein Foto mit Kuchen und eins mit Pizza.

Nun ist es nicht so, dass der Minister völlig daneben gelegen hätte: Die Übertragung und Speicherung von Daten in der Internet-Cloud verbraucht Strom. Wie viel es pro Foto sind, lässt sich angesichts der Wechselwirkung verschiedener Faktoren schwer sagen. Aber auf jeden Fall sind zum Beispiel Streaming oder Videokonferenzen, bei denen viele Gigabyte an Daten durch die Netze fließen, ein viel größerer Stromfresser. Zugleich haben die großen Tech-Konzerne ihre Rechenzentren immer effizienter gemacht und betreiben sie klimaneutral, meist durch den Ausgleich ihres CO2-Ausstoßes. Noch mehr Strom verbraucht der aufwendige Erzeugungsprozess von Digitalwährungen wie Bitcoin.

Quelle: dpa-AFX
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Kapitalanalge
Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
Sprachkurse
Lernen Sie Englisch
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Projektmanagement
ANZEIGE