FAZ plus ArtikelEffekt kehrt sich um

Ifo-Institut sagt Klimaschäden durch Homeoffice vorher

11.05.2022
, 20:09
Dass die Menschen mehr zu Hause arbeiten nutzt nicht unbedingt dem Klima, sondern werde ihm langfristig sogar schaden, glaubt ein Forscher des Ifo-Instituts. Etwa, weil sich die Menschen weniger sparsame Autos kaufen.
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Reuters. Berlin ⋅ Das Arbeiten von zu Hause aus spart zwar die Anfahrt zum Arbeitsplatz, kann dem Ifo-In­stitut zufolge aber dennoch die CO2-Emissionen steigen lassen. „Kurzfristig fahren die Menschen weniger oft in die Arbeit, und die CO2-Emissionen sinken vorübergehend“, sagte Ifo-Forscher Waldemar Marz am Mittwoch. „Langfristig ziehen sie jedoch weiter von den teuren Innenstädten weg und nehmen längere Pendeldistanzen in Kauf.“ Zudem sinke der Anreiz, sich sparsamere Fahrzeuge anzuschaffen. „Diese beiden Anpassungsprozesse gleichen die anfängliche CO2-Verringerung zu etwa 90 Prozent wieder aus“, sagte Marz. „Zieht man zusätzlich noch höhere Gebäude-Emissionen bei größerer Wohnfläche und niedrigere Passagierzahlen im öffentlichen Nahverkehr in Betracht, kehrt sich die häufig erhoffte Verringerung des CO2-Ausstoßes durch mehr Homeoffice-Tage auf lange Sicht in eine Erhöhung um.“

Die Modellrechnungen beruhen auf Daten aus den USA. „Die Ergebnisse sind jedoch auch auf Europa übertragbar, da die meisten Unterschiede wie etwa Pro-Kopf-Einkommen, Fahrzeugpräferenzen oder Baulandpreise einen geringen Einfluss auf die vorwiegend prozentualen Ergebnisse haben“, sagte Marz.

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