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FAZ plus ArtikelElektrokonzern ABB

Ein Schweizer Aufsteiger schlägt Siemens

Von Jürgen Dunsch, Zürich
Aktualisiert am 27.02.2020
 - 12:28
Mitarbeiter der Brown Boveri Company (BBC) wickeln Triebmotoren im Werk Münchenstein. Die Aufnahme stammt etwa aus dem Jahr 1900.
Vor 125 Jahren gelang den jungen Schweizer Gründern der heutigen ABB der Durchbruch in Deutschland. Jetzt übernimmt ein Schwede den Platz des Vorstandsvorsitzenden des Elektrokonzerns.

Es war eine Sensation: Da trat ein junges Schweizer Unternehmen gegen die etablierten Elektroriesen AEG und Siemens in deren Heimatland an und bewarb sich um das Prestigeprojekt eines Kraftwerks in Frankfurt am Main. Und das Start-up Brown, Boveri & Cie. (BBC, die heutige ABB) erhielt den Zuschlag. Im Oktober 1894, also vor gut 125 Jahren, ging das Elektrizitätswerk in Betrieb. Es war der Erfolg zweier genialer Jungunternehmer: Walter Boveri, geboren in Bamberg, und Charles Brown, Sohn eines Engländers, der eine Schweizerin geheiratet hatte.

„Frankfurt wurde die Referenzanlage für die BBC schlechthin“, urteilt der Historiker und Journalist Markus Somm in einem aktuellen Buch über die ersten Jahrzehnte des Unternehmens, das bald zur Elite der Elektrokonzerne in der Welt zählen sollte. Der Coup in Frankfurt begründete zugleich ein dauerhaftes Engagement von BBC in Deutschland. Sichtbaren Ausdruck fand es in der Tochtergesellschaft BBC Mannheim, die wenig später, im Juni 1900 gegründet wurde. Schon nach wenigen Jahren war der vor 120 Jahren entstandene Produktionsstandort Deutschland größer als das Stammhaus.

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Weniger Gehalt für Rosengren

Am 1. März übernimmt Björn Rosengren die Führung von ABB. Der 60 Jahre alte Schwede wird beim größten Industriekonzern der Schweiz zwar mehr verdienen als in seiner bisherigen Rolle als Chef der schwedischen Sandvik-Gruppe. Rosengren wird aber unterhalb des Salärs seines deutschen Vorgängers Ulrich Spiesshofer bleiben, der ABB im April 2019 verlassen musste. Wie dem am Mittwoch veröffentlichten ABB-Geschäftsbericht zu entnehmen ist, sind die Zielwerte für die Gesamtvergütung des Vorstandsvorsitzenden um fast 22 Prozent auf knapp 6 Millionen Franken gekürzt worden. Die Anpassung beruht auf einer aktualisierten Wettbewerbsanalyse, dürfte aber auch schlicht damit zu tun haben, dass der Konzern bald um ein Viertel schrumpft: Zur Jahresmitte geht die Stromnetzsparte an Hitachi über.

Spiesshofer hat ABB mit einer Abfindung von rund 13 Millionen Franken verlassen. Davon entfallen 8,6 Millionen auf die Bezüge während der einjährigen Kündigungsfrist bis April 2020. Weitere 4,5 Millionen bekommt er dafür, dass er bis Ende April 2021 nicht zu einem Wettbewerber von ABB wechseln darf. Die Erwartungen an Rosengren sind groß. Der Ingenieur muss ABB weiter umbauen und verschlanken. Zugleich muss der für seine direkte und unprätentiöse Art bekannte Manager einen Kulturwandel einleiten. Die neue Organisationsstruktur verlangt eine dezentrale und eigenverantwortliche Führung, während das Personal unter Spiesshofer streng hierarchisch angeleitet und kontrolliert wurde. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hat Rosengren auf der Aktionärsversammlung am 26. März. rit.

Quelle: F.A.Z.
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