Gasmangel

Deutschland muss noch mehr Energie sparen

Von Christian Geinitz
16.08.2022
, 12:21
Hochspannung: Windräder bei Hannover
Aktuelle Zahlen des Energieverbands BDEW zeigen, dass Unternehmen und Haushalte Energie sparen – aber nicht genug. Immerhin klappt es, die Stromerzeugung aus Gas zu reduzieren. Vor Heizlüftern wird indes gewarnt.
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Die EU möchte, dass die Mitgliedsstaaten 15 Prozent weniger Gas nutzen, die Bundesregierung strebt 20 Prozent an. In Deutschland sinkt der Verbrauch tatsächlich, ist aber noch weit von den Einsparzielen entfernt. Im ersten Halbjahr betrug er 497 Milliarden Kilowattstunden (kWh), 14,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch lag der Rückgang vor allem an der milden Witterung, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen am Dienstag mitteilte.

Bereinigt um Temperatureinflüsse seien es 8 Prozent weniger Gas gewesen. Als Hauptgrund dafür gibt der Verband nicht Sparappelle an, sondern die hohen Preise: „Aber auch die wirtschaftliche Eintrübung oder persönlich motivierte Einspareffekte können beigetragen haben.“

Dafür dass die neue Kampagne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zu mehr Energieeffizienz zu greifen beginnt, spricht die starke Reduktion im Juni. In jenem Monat lag der der bereinigte Gasverbrauch um fast ein Viertel unter dem des Vorjahresmonats, genauer um 22,6 Prozent. Angesichts der durch die russische Lieferdrosselung entstandenen Knappheit soll der Gaseinsatz dort konzentriert werden, so er sich nur schwer substituieren lässt, etwa als Grundstoff in der Chemiebranche oder in der Stahlindustrie.

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Knackpunkt Gasverstromung

Die Verstromung will man indes zurückfahren, was auch gelingt. Dem BDEW zufolge sind in Gaskraftwerken in den ersten sechs Monaten rund 12 Prozent weniger Strom erzeugt worden als vor Jahresfrist. BDEW-Chefin Kerstin Andreae rief zum Sparen auf und riet zugleich von elektrischen Heizlüftern ab: „Der Einsatz führt angesichts der hohen Strompreise nicht nur zu hohen Kosten, sondern kann auch die Stromnetze überlasten.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Geinitz, Christian
Christian Geinitz
Wirtschaftskorrespondent in Berlin
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