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Schadstoffe

Verbrennungsmotor hält Klimaschutzziele auf

Aktualisiert am 16.03.2017
 - 08:01
Pendeln per Verbrennungsmotor sorgt für hohen Treibstoffausstoß in Deutschland. Bild: obs
Deutschland droht seine Klimaziele für das Jahr 2020 zu verfehlen. Denn statt Emissionen zu reduzieren, steigt der Ausstoß weiter – vor allem auf der Straße. Andere Felder machen dagegen Fortschritte.

Der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland hat 2016 allen Klimaschutz-Bemühungen zum Trotz zugenommen. Die Emissionen stiegen um etwa vier Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr auf rund 906 Millionen Tonnen, wie Prognosen des Umweltbundesamts und eine von den Grünen in Auftrag gegebene Studie zeigen. Damit wird unwahrscheinlicher, dass Deutschland sein Klimaziel für das Jahr 2020 erreicht, den Treibhausgas-Ausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Bislang sind nur 27,6 Prozent Minderung geschafft. Nach Berechnung von Arepo Consult müsste jetzt der Treibhausgas-Ausstoß um 40 Tonnen pro Jahr sinken, um das 2020er-Ziel noch zu erreichen.

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Eine Schüsselrolle spielt der Verkehr. Laut Umweltbundesamt (UBA) stieg der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor insgesamt um 5,4 Millionen Tonnen, das ist ein Plus von 3,4 Prozent. Der Güterverkehr auf der Straße nahm demnach um 2,6 Prozent zu. Dagegen sei der Güterverkehr auf Schienen um 0,5 Prozent zurückgegangen – weil die LKW-Maut zu günstig und die Spritpreise niedrig seien. Der Dieselabsatz nahm demnach um 3,5 Prozent zu, Benzin um 2 Prozent. Allein der höhere Dieselverbrauch sei für 4,8 Millionen Tonnen Treibhausgase mehr verantwortlich, heißt es in der Analyse des auf Klimapolitik spezialisierten Beratungsunternehmens Arepo Consult für die Grünen.

Weniger Strom aus Braun- und Steinkohle

Weitere Gründe für den Anstieg der CO2-Emissionen: Weil es 2016 relativ kühl war, haben die Deutschen aber auch mehr geheizt. Außerdem leben wegen der Zuwanderung mehr Menschen in Deutschland als noch 2015. Eine Rolle spielte auch, dass das Jahr 2016 einen Tag mehr hatte, den Schalttag 29. Februar.

„Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind durch das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Der CO2-Ausstoß im Verkehr liege nun zwei Millionen Tonnen höher als 1990. Sie fordert, das Steuerprivileg für Diesel abzuschaffen und die LKW-Maut auf das gesamte Straßennetz und auf alle LKW-Klassen auszuweiten. Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn nannte die Zahlen einen „Offenbarungseid für die Klimapolitik der Bundesregierung“, ihre Kollegin Annalena Baerbock forderte einen „Masterplan im Verkehrsbereich“ zugunsten von Schiene und Elektroautos. Die Analyse für die Grünen nennt noch zwei andere Bereiche: Stromerzeugung und die Energieeffizienz. Ein Problem sei, dass Deutschland Strom exportiere, und zwar nicht nur Ökostrom.

Der Anteil von Strom aus Braun- und Steinkohle im Strommix ist 2016 gesunken. Dafür nahm die Stromgewinnung aus Erdgas zu. Sie war 2016 vergleichsweise günstig. Obwohl in Deutschland etwas mehr Strom produziert wurde als 2015, stieß die Energiewirtschaft etwas weniger CO2 aus. Der Ökostrom-Anteil aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Biogas lag Arepo zufolge bei knapp 30 Prozent. Zwar sank der Stromverbrauch in Deutschland 2016 laut Studie für die Grünen leicht, aber es wurde mehr Strom in die Nachbarländer geliefert.

Quelle: hade./dpa
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