Steigende Energiepreise

Hunderte Euro Mehrkosten im nächsten Jahr

26.12.2021
, 11:30
Ein Wechselstromzähler zeigt den aktuellen Zählerstand in Kilowattstunden in einem Haushalt an.
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Sehr viele Energieversorger erhöhen ihre Preise oder haben das schon getan. Auch die CO2-Abgabe zum Jahreswechsel steigt leicht. Worauf sich die Verbraucher einstellen müssen – ein Überblick.
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STROM:

Dem Vergleichsportal Check24 zufolge haben seit August 470 Stromgrundversorger ihre Preise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Allein zum Jahreswechsel wollen rund 330 Anbieter erhöhen. Im Schnitt liegt der Anstieg seit dem Sommer bei 25,3 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden bedeutet das zusätzliche Kosten von rund 413 Euro im Jahr.

In der klassischen Grundversorgung waren 2020 laut Bundesnetzagentur noch rund ein Viertel der Stromkunden. Weitere 37 Prozent der Haushaltskunden bekamen ihren Strom ebenfalls vom Grundversorger, jedoch über andere Tarife.

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Zahlreiche Unternehmen haben Grundversorgungstarife für Neukunden eingeführt. Die Preisaufschläge liegen dort oft deutlich höher als bei Bestandskunden. Einige dieser Kunden sind unfreiwillig bei den Grundversorgern gelandet, etwa nachdem der bisherige Energielieferant kurzfristig die Belieferung eingestellt hatte. Mit den höheren Preisen wollen die Energieunternehmen nach Angaben des Branchenverbandes BDEW die Mehrkosten für die Beschaffung von Strom im Großhandel ausgleichen. Der Börsenstrompreis lag in der Weihnachtswoche mit mehr als 250 Euro pro Megawattstunde etwa sechsmal so hoch wie ein Jahr zuvor.

Doch nicht alle Stromanbieter erhöhen die Preise. Unter anderem wegen der zum Jahreswechsel sinkenden Umlage zur Förderung von Ökostrom wollen 44 Grundversorger die Preise um durchschnittlich gerade einmal 2,3 Prozent senken. Im Schnitt spart ein Musterhaushalt dann 37 Euro im Jahr.

Die sogenannte EEG-Umlage sinkt zum Jahreswechsel auf 3,723 Cent je Kilowattstunde Strom und damit um mehr als 40 Prozent. Weil die Umlage aber nur ein Bestandteil des Preises ist und viele Anbieter beim Einkauf mehr als vor einem Jahr zahlen, schaffen es offenbar nur wenige Unternehmen, dies an die Verbraucher weiterzugeben. Die neue Bundesregierung plant die Abschaffung der EEG-Umlage zum 1. Januar 2023.

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GAS:

Beim Gas fallen die Erhöhungen der Grundversorger noch deutlicher aus. Check24 waren bis zum vergangenen Donnerstag mehr als 900 Preiserhöhungen bekannt. In 17 Prozent der Fälle wurden die Preise verdoppelt, elf Versorger verdreifachten sogar den Preis. Die höchsten Anstiege gab es für Neukunden. Auch hier könnte die Liefereinstellung durch Gasanbieter eine Rolle spielen. Auch beim Gas müssen die Grundversorger die Kunden übernehmen.

Im Schnitt lag die Erhöhung bei 34,4 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das zusätzliche Kosten von 518 Euro pro Jahr. In Deutschland gibt es rund 42,8 Millionen Wohnungen (Stand 2020). Knapp die Hälfte wird mit Gas beheizt.

CO2-ABGABE:

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Auch die CO2-Abgabe steigt zum Jahreswechsel. Superbenzin, Diesel und Heizöl werden sich dadurch nach Berechnungen des ADAC ungefähr um je eineinhalb Cent verteuern. Die Abgabe war in Deutschland 2021 eingeführt worden. Sie soll helfen, den klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß in den Bereichen Wärme und Verkehr zu senken. Erwerben müssen die Zertifikate die sogenannten Inverkehrbringer, etwa Gaslieferanten oder die Mineralölunternehmen. Die Mehrkosten werden in der Regel an die Endverbraucher weitergegeben. Im Jahr 2021 kostete ein Zertifikat für eine Tonne Kohlendioxid 25 Euro, 2022 sind es 30 Euro. Bis zum Jahr 2025 steigt der Preis dann schrittweise auf 55 Euro.

WIE GEHT ES WEITER?

Der Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Udo Sieverding, erwartet, dass die Strom- und Gaspreise auch im neuen Jahr hoch bleiben werden. „Jetzt müssen alle erstmal gut über den Winter kommen. Aber auch danach werden die Strom- und Gaspreise hoch bleiben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Verbraucher müssen sich auf hohe Energiepreise zusätzlich zum CO2-Preis einstellen.“

Quelle: dpa
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