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Entgelttransparenzgesetz

Lohnlücken

EIN KOMMENTAR Von Dietrich Creutzburg
 - 21:14

Die große Koalition hat mit ihrem Lohngleichheitsgesetz einst riesige Erwartungen verknüpft: Arbeitnehmerinnen, so das Versprechen, bekämen damit einen Hebel, um sich gegen das vielbeklagte Lohngefälle zulasten von Frauen zu wehren – die berühmte „Lohnlücke“ von 21 Prozent. Nun aber scheint es, als hätten sie selbst ein ganz anderes Urteil über das Gesetz gefällt, und zwar kein gutes, wie die erste Bilanz dazu nahelegt: Nur eine kleine Minderheit hat überhaupt das neue Recht genutzt, vom Arbeitgeber Auskunft über das Lohnniveau vergleichbarer Kollegen zu verlangen.

Den Verdacht diskriminierender Lohnstrukturen im eigenen Betrieb scheinen selbst potentiell Betroffene kaum zu hegen. Das ist insofern wenig überraschend, als schon die amtliche Statistik den Großteil der 21-Prozent-Lücke auf andere Ursachen zurückführt – vor allem auf Unterschiede in Berufswahl und Erwerbsverhalten. Wie auch immer man diese Unterschiede politisch bewertet, das Gleichheitsgesetz zielte schon im Ansatz daran vorbei.

Es spielte damals mit Hoffnungen von Arbeitnehmerinnen, Lohnerhöhungen um bis zu 21 Prozent zu erhalten. Aber das ging fehl. Den Unternehmen bleibt heute der erhöhte Bürokratieaufwand durch zusätzliche neue Berichtspflichten. Und das Risiko, dass die schlecht angesetzte Regulierungsschraube aus politischen Gründen bald weiter angezogen wird.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
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