<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Türkei-Kommentar

Erdogans schlechte Wahl

Von Christian Geinitz
 - 11:20

Zu viel familiäre Nähe im Beruf kann nach hinten losgehen. Etwa wenn Lehrer ihre eigenen Kinder unterrichten. Deshalb versuchen Pädagogen und Schulleitung solche Konstellationen zu vermeiden. Das sollte auch in der Politik gelten. Es ist keinesfalls gesagt, dass der neue türkische Finanzminister Berat Albayrak, ein Schwiegersohn von Staats- und Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, von seinem Fach nichts versteht oder dass er es besonders leicht haben wird im neuen Posten.

Aber die Ernennung aus dem engsten Familienkreis heraus schadet dem Ruf des Landes, das ohnehin unter Vetternwirtschaft und Korruption leidet. Dass Erdogan zugleich ein Dekret erlässt, das ihm mehr Einfluss auf die Ernennung der Zentralbank-Spitze sichert, lässt weitere Zweifel aufkommen. Immer deutlicher wird, dass er die Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik in die eigenen Hände nehmen will.

Setzt er sich mit seiner lockeren Fiskalpolitik und seinem Plädoyer für sinkende Zinsen durch, könnte die Türkei in eine schwere Krise geraten. Was das Land braucht, sind nicht Jasager, sondern Kämpfer für eine marktnahe und stabilitätsorientierte Politik. Im neuen Kabinett sucht man die leider vergeblich.

Video starten

Nach eigener Vereidigung
Erdogans Schwiegersohn wird Finanzminister

Quelle: F.A.Z.
Christian Geinitz
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenRecep Tayyip ErdoganBerat Albayrak