FAZ plus ArtikelErdoğans Währungskrise

Das haben die Türken nicht verdient

EIN KOMMENTAR Von Andreas Mihm
03.12.2021
, 09:24
In den späten Jahren seiner Präsidentschaft verfällt der türkische Staatspräsident Erdogan in autokratische Verhaltensweisen.
Der türkische Staatspräsident Erdoğan schädigt die Wirtschaft seines Landes zielstrebig und ruiniert breite Schichten der Bevölkerung. Sein geld- und finanzpolitischer Kurs lässt den Wert der Lira ins Bodenlose stürzen.
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Was immer man vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan hält, Inkonsequenz kann man ihm nicht vorwerfen. Und so erscheint der Rauswurf von Finanzminister Lütfi Elvan nach nur einem Jahr folgerichtig. Denn der hielt wenig vom geld- und finanzpolitischen Kurs des allmächtigen Staatspräsidenten, der die Inflation beschleunigt und den Wert der Lira ins Bodenlose stürzen lässt.

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Dass Erdoğan die Wirtschaft des Landes zielstrebig schädigt und breite Schichten seines immer schärfer in wenige Reiche und viele Arme geteilten Landes ruiniert, will er nicht wahrhaben. In den späten Jahren seiner Karriere macht Erdoğan sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Kritiker ersetzt er durch Jasager. In der Notenbank hat er missliebige Gouverneure so lange ausgetauscht, bis sie tun, was er will – obwohl die Verfassung die Unabhängigkeit der Geldpolitik festschreibt.

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Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
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