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Regierungschef Tsipras

Griechenland kommt ab August ohne fremdes Geld aus

 - 18:12

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras ist zuversichtlich, dass das hoch verschuldete Land ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen kann. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte Tsipras am Dienstag in seinem Ministerrat. In den kommenden Monaten müsse jedoch noch viel Arbeit geleistet werden. Die Griechen dürften jetzt nicht nachgeben: „Die letzten Meter des Marathons sind die schwierigsten“, fügte Tsipras hinzu.

Bis zum Sommer muss Athen noch zahlreiche Bedingungen erfüllen, vor allem Privatisierungen. Tsipras will aber in jedem Fall einen "sauberen Ausstieg", ohne zusätzliche Sparanstrengungen oder neue vorsorgliche Kreditlinien. In den ausstehenden Gesprächen mit den Hilfe-Institutionen gehe es um die Details des Programmendes ohne jede neue Verpflichtungen.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August 2018 aus. Athen hofft, bis dahin das nötige Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewonnen zu haben, um sich wieder eigenständig Kapital beschaffen zu können.

Rettungsmarathon in Europa umstritten

Insgesamt hat der hoch verschuldete Staat unter dem Rettungsschirm ESM bislang mehr als 250 Milliarden Euro von den Euro-Ländern und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Die Hilfspakete sind an harte Reformen und Sparprogramme geknüpft, die in der griechischen Bevölkerung mitunter auf großen Unmut stoßen.

Auch in den europäischen Nachbarländern sind die Rettungskredite an Griechenland seit Jahren umstritten. Aktuell ist die Debatte durch die Überlegungen der EU, den ESM in einen Europäischen Währungsfond umzuwandeln, neu entfacht. So will etwa Tschechien laut einem Medienbericht vor einem möglichen Euro-Beitritt eine Ausnahme aushandeln, um nicht für griechische Schulden haften zu müssen. Für diese Forderung wolle der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis andere Nicht-Euro-Länder als Verbündete gewinnen, berichtete die Zeitung "Hospodarske noviny" am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Regierungskreise.

Quelle: jsa./dpa/Reuters
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