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Rechtsanspruch

Frauen fragen selten nach dem Gehalt

 - 12:10

Das seit Januar geltende verschärfte Entgelttransparenzgesetz zur Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen wird offenbar nur selten genutzt. Aus einer von der „Süddeutschen Zeitung“ in ihrer Wochenendausgabe veröffentlichten Umfrage bei etwa 20 großen deutschen Unternehmen geht hervor, dass die Zahl der Gehaltsanfragen nach fast einem Jahr zwischen null und 50 liegt. Dabei zählen die Konzerne teilweise mehr als 100.000 Beschäftigte.

Bei der Deutschen Post, Henkel, Bosch, Audi, Continental und der Deutschen Bahn gab es beispielsweise weniger als 20 Anfragen. Bei Siemens waren es unter 100. RWE verzeichnete genau eine Anfrage einer Frau, bei Aldi-Süd gab es nicht eine einzige. Größeres Interesse bestand mit 293 Anfragen nur bei der Allianz, mit 120 bei der Deutschen Telekom und mit 164 bei der Deutschen Bank im ersten Quartal. Klagen wegen ungleicher Bezahlung wurden bei den befragten Unternehmen nicht registriert.

Gemäß dem Entgelttransparenzgesetz können Beschäftigte in Betrieben mit mindestens 200 Beschäftigten Informationen darüber verlangen, was Kollegen mit vergleichbaren Tätigkeiten verdienen. Allerdings scheinen viele keine Kenntnis von diesem Rechtsanspruch zu haben. Andere befürchten offenbar bei entsprechenden Nachfragen Nachteile durch die Betriebsleitung. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist weiterhin groß. Ute Klammer, Direktorin des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen, sagte der Zeitung: „Dieses Gesetz ist ein völlig zahnloser Tiger“.

Quelle: AFP
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