Frauenförderung

Staat gibt Millionen für mehr Professorinnen

04.07.2014
, 14:21
Frauenfördererinnen: Johanna Wanka (rechts) und die Schulministerin von NRW, Sylvia Löhrmann
Der Anteil von Frauen in der Wissenschaft steigt nur langsam. Ein Förderprogramm soll die Gleichstellung in Schwung bringen. Der Staat gibt 150 Millionen Euro.

Mit einem großen Förderprogramm soll der Anteil der Professorinnen an Deutschlands Hochschulen erhöht werden. An 147 Hochschulen werden für fünf Jahre jeweils bis zu drei Professorinnenstellen gefördert, wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern in Berlin mitteilte. Für die Fortsetzung des bestehenden Programms stellen Bund und Länder insgesamt 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Frauenanteil an den Professuren in Deutschland lag laut GWK Ende 2012 bei 20,4 Prozent. Im Jahr 2000 waren allerdings sogar nur 10,5 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt. In der ersten Phase des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern wurden von 2008 bis 2012 mehr als 270 Professuren von Frauen mit 150 Millionen Euro unterstützt.

Weibliche Vorbilder gesucht

Der Frauenanteil ist allerdings vor allem an der Spitze des Wissenschaftssystem gering. Unter den Studienanfängern sind noch mehr als die Hälfte Frauen. Ihr Anteil an den Promotionen liegt bei 45 Prozent. Bei den Habilitationen sinkt der Frauenanteil dann allerdings bereits auf 27 Prozent.

Das Professorinnenprogramm helfe, „den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen“, erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Es habe auch nachhaltigen Einfluss auf die Gleichstellungspolitik der Hochschulen. „Nachwuchswissenschaftlerinnen brauchen Vorbilder und Perspektiven für ihre Karriere, sonst gehen sie den Hochschulen verloren“, zeigte sich Wanka überzeugt.

Die Fördersumme in dem Professorinnenprogramm beläuft sich je Berufung und Jahr auf bis zu 150 000 Euro. Die Förderung wird je zur Hälfte vom Bundesbildungsministerium und dem Land getragen, in dem die Hochschule sitzt. Für die zweite Phase des Programms bewarben sich 184 Hochschulen aus allen Bundesländern. Daraus wählte ein Expertengremium nun 147 Hochschulen auf Grundlage ihrer Gleichstellungskonzepte oder dessen Umsetzung aus.

Quelle: AFP
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