Gaskrise

Nord-Stream-Turbine noch immer bei Siemens Energy

08.08.2022
, 12:34
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) berührt eine Turbine der Nord Stream 1-Pipeline bei einem Besuch am 3. August 2022 im Werk von Siemens Energy.
Die Turbine für die Gasleitung Nord Stream 1 befindet sich noch in Deutschland. Die Diskussion, wie sie verschifft werden kann, steht laut Energy-Chef Christian Bruch noch aus. Der Energiekonzern schrieb im zweiten Quartal rote Zahlen.
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Die von Siemens Energy gewartete Turbine für die Gasleitung Nord Stream 1 ist weiter in Deutschland. Es gebe noch ausstehende Diskussionen, ob sie verschifft werden kann, sagte Energy-Chef Christian Bruch am Montag bei der Vorlage der Quartalszahlen seines Unternehmens. Dabei betonte er auch, dass die Instandhaltung für die Turbinen an der Verdichterstation von Nord Stream 1 grundsätzlich weitergehen könne – sofern dies gewünscht sei. Vom aktuell laufenden Rückzug aus den Geschäften in Russland sei dies getrennt. Grundsätzlich gehe der Servicezyklus bis 2024. Man sei aber davon abhängig, dass der Kunde sich melde und sage, dass man etwas machen solle.

Zum Streit über die Turbine und zu möglichen finanziellen Folgen sagte Bruch, dass er daraus keine vertraglichen Risiken sehe. Man könne klar zeigen, „dass wir alles getan haben, damit wir liefern können“.

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Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 zurückgefahren. Der Energiekonzern Gazprom begründete dies mit der fehlenden Turbine. Sie sei wichtig, um den nötigen Druck zum Durchpumpen des Gases aufzubauen. Gazprom warf seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vor, nicht die nötigen Dokumente und Informationen zur Reparatur der Maschine übermittelt zu haben. Siemens Energy wies die Vorwürfe zurück.

Siemens Energy schreibt rote Zahlen

Die spanische Windkrafttochter Siemens Gamesa und Kosten für den Rückzug aus Russland haben Siemens Energy indes tiefer in die roten Zahlen gezogen. Im dritten Geschäftsquartal – von April bis Juni – häuften sich Verluste von 533 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Im laufenden Jahr beträgt das Minus nun schon gut eine Milliarde. Zudem senkte das Unternehmen auch seine Erwartungen für das Ergebnis im Gesamtjahr. Der Umsatz blieb im abgelaufenen Quartal dagegen stabil bei 7,3 Milliarden Euro.

Die Probleme bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa sorgen nun schon zum fünften Mal in Folge für schlechte Zahlen bei Energy. Das Unternehmen, an dem der Münchner Konzern rund zwei Drittel hält, hatte bereits vergangene Woche tiefrote Zahlen gemeldet. Die Situation sei alles andere als einfach, sagte Konzernchef Christian Bruch. Die Verluste begründete er mit einer schwierigen Marktsituation und „Fehlern in der Vergangenheit“.

Um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, hat Energy vor einigen Monaten die Führung bei Gamesa ausgetauscht. Der vom Mutterkonzern gekommene neue Chef Jochen Eickholt sei dabei zu sanieren – man erwarte nun eine konsequente Umsetzung der Pläne, die auch schmerzhafte Einschnitte beinhalteten.

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Zudem will Siemens Energy Gamesa komplett übernehmen und in den Konzern integrieren. Das dafür nötige Angebot werde derzeit von der spanischen Börsenaufsicht geprüft, sagte Finanzchefin Maria Ferraro. Sie erwartet eine Entscheidung in den kommenden Wochen. Insgesamt sei man auf Kurs.

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Keine schnelle Lösung bei Gamesa

Trotz aller Maßnahmen erwartet Bruch keine schnelle Lösung bei Gamesa. Es werde noch Jahre dauern, bis man bei der Profitabilität da sei, wo man hinwolle.

Zusätzlich litt die sonst solide laufende Sparte Gas and Power im abgelaufenen Quartal unter dem Abbau des Russlandgeschäfts, der einen negativen Sondereffekt von rund 200 Millionen Euro hatte. Der Umbau soll aber bis Jahresende abgeschlossen sein und keine weiteren größeren finanziellen Auswirkungen mehr haben.

Unter dem Strich erwartet Siemens Energy für das gesamte Geschäftsjahr, das noch bis Ende September dauert, nun auch einen höheren Verlust. Er werde annähernd um die Höhe der Belastungen aus dem Russlandgeschäft über dem Verlust des Vorjahres liegen. Damals hatte er 560 Millionen Euro betragen. Positiv entwickelten sich dagegen Auftragseingang- und Bestand. Letzterer stieg auf ein Allzeithoch von 93,4 Milliarden Euro.

Quelle: dpa-AFX
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