Es geht um unser Geld

50 Millionen Euro gespart

Von Ernst Eggers
01.02.2016
, 10:08
Dieser Text ist ein Beitrag aus der Kolumne „Es geht um unser Geld“
Das Verteidigungsministerium wollte Deutschlands Fallschirmspringer eigentlich woanders ausbilden. Dann hat der Rechnungshof geprüft - und davon überzeugt, dass das schlecht gewesen wäre.
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Das Bundesverteidigungsministerium hat seine Pläne aufgegeben, die Luftlande- und Lufttransportausbildung von Altenstadt in Bayern nach Oldenburg in Niedersachsen zu verlegen. Mit dieser Entscheidung spart die Bundeswehr bei gleicher Ausbildungsqualität 50 Millionen Euro. Das Ministerium greift damit Anregungen des Bundesrechnungshofes auf.

Zum Hintergrund: Im Oktober 2011 gab das Verteidigungsministerium mit dem Konzept „Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland“ bekannt, dass es die Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt auflösen wollte. Es plante, diese in einem deutlich kleineren Ausbildungsstützpunkt in Altenstadt umzugliedern und ab diesem Jahr 2016 in Oldenburg zu stationieren. Den Standort Altenstadt wollte das Ministerium erhalten und dort ein anderes Bataillon aufstellen.

Ernst Eggers, Jahrgang 1939, studierte Betriebswirtschaft und politische Wissenschaften an der Universität Köln. Von 1987 bis 2001 war er Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr,  Landwirtschaft und Weinbau.
Ernst Eggers, Jahrgang 1939, studierte Betriebswirtschaft und politische Wissenschaften an der Universität Köln. Von 1987 bis 2001 war er Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Bild: Thorsten Martin

Das Heer plante, Altenstadt als Bundeswehrstandort komplett aufzugeben. Der Inspekteur des Heeres ließ die Wirtschaftlichkeit verschiedener Standorte für eine Fallschirmsprungausbildung untersuchen. Die Möglichkeit, den Ausbildungsstützpunkt in Altenstadt zu belassen, berücksichtigte das Heer nicht. Grund war besagte Stationierungsentscheidung vom Oktober 2011.

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Im Jahr 2013 untersuchte das Heer dann, ob und wie es in Ausbildung seiner Fallschirmspringer mit verbündeten Streitkräften zusammenarbeiten kann. Verhandlungen mit Frankreich hatten das Ziel, die Ausbildung zu internationalisieren und künftig in Frankreich auszurichten.

Der Bundesrechnungshof prüfte seit dem Jahr 2012 die Fallschirmausbildung der Bundeswehr. Er befasste sich dabei auch mit der geplanten Verlagerung von Altenstadt nach Oldenburg. Er stellte fest, dass die praktische Ausbildung in Oldenburg täglich mehrere Transfers zwischen Dienststelle, Startplatz und Absetzplatz erfordern würde, außerdem die Luftraumverhältnisse, die Bodenbeschaffenheit und die Windverhältnisse deutlich schlechter als in Altenstadt sind und in Altenstadt (anders als in Oldenburg) ein Sanitätszentrum unmittelbar neben dem Absetzplatz vorhanden ist.

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Die Kosten für eine Verlagerung der Ausbildung berechnete der Bundesrechnungshof mit 50 Millionen Euro. Diese Kosten wären neben den Investitionen für die Stationierung des neuen Bataillons am Standort Altenstadt angefallen.

Ministerium folgt Rechnungshof

Der Bundesrechnungshof beanstandete, dass das Verteidigungsministerium die Ausbildung der Fallschirmspringer weiterhin nach Oldenburg verlegen wollte, obwohl es grundsätzlich am Standort Altenstadt festhielt. Er beurteilte einen Umzug nach Oldenburg als unwirtschaftlich. Von den reinen Kosten abgesehen sprachen übrigens auch die schon genannten Bestrebungen dagegen, mit den verbündeten französischen Streitkräften gemeinsam auszubilden. Die Experten vom Bundesrechnungshof empfahlen deswegen, Fallschirmspringer auch weiter am bewährten Standort in Altenstadt auszubilden.

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Das Verteidigungsministerium folgte im Februar des vergangenen Jahres schließlich dieser Einschätzung. Ein aufwendiger Umzug der militärischen und zivilen Kräfte sei nicht mehr sinnvoll.

Sie erreichen Ernst Eggers per E-Mail unter unsergeld@faz.de.

Quelle: FAZ.NET
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