Es geht um unser Geld

Erfolgreich aufgelöst

Von Ernst Eggers
11.01.2016
, 10:00
Dieser Text ist ein Beitrag aus der Kolumne „Es geht um unser Geld“
Die Gesellschaft, die Grundstücke der ehemaligen DDR verwaltet, stand in der Kritik des Rechnungshofes. Und hat die richtigen Konsequenzen gezogen.
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Die Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH verkauft für den Bund (BVVG) land- und forstwirtschaftliche Flächen, die im Eigentum der ehemaligen DDR standen. Einige ihrer Aufgaben wie die Bewirtschaftung der forstwirtschaftlichen Flächen hatte sie einer Tochtergesellschaft übertragen.

Der Bundesrechnungshof prüfte im Jahr 2013, an welchen Unternehmen die BVGG beteiligt ist. Er stellte dabei fest, dass sich die Umsatzerlöse und das Geschäftsergebnis der Tochtergesellschaft in den letzten Jahren deutlich verringert hatten. In den Jahren 2010 bis 2013 gingen die Umsatzerlöse von 13,7 Millionen Euro auf 10,1 Millionen Euro zurück. Das Geschäftsergebnis sank Ende des Jahres auf minus 0,3 Millionen Euro.

Ernst Eggers, Jahrgang 1939, studierte Betriebswirtschaft und politische Wissenschaften an der Universität Köln. Von 1987 bis 2001 war er Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr,  Landwirtschaft und Weinbau.
Ernst Eggers, Jahrgang 1939, studierte Betriebswirtschaft und politische Wissenschaften an der Universität Köln. Von 1987 bis 2001 war er Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Bild: Thorsten Martin

Ursache hierfür waren die jährlichen Verkäufe forstwirtschaftlicher Flächen durch die BVVG selbst. Allein im Jahre 2012 veräußerte sie 12.200 Hektar, die zuvor die Tochtergesellschaft bewirtschaftet hatte.

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Personal- und sonstiger betrieblicher Aufwand der Tochtergesellschaft blieben in den Jahren 2010 bis 2013 nahezu unverändert. Im Jahr 2013 betrug dieser Aufwand noch 7,5 Millionen Euro.

Um den Rückgang der Umsatzerlöse ihrer Tochtergesellschaft auszugleichen, beabsichtigte die BVVG, die Dienstleistungen ihrer Tochtergesellschaft höher als bisher zu vergüten. Zudem wollte sie die Struktur und Organisation der Tochtergesellschaft an die sinkende Auftragsmenge anpassen.

Lieber auflösen

Mit dem fortschreitenden Verkauf der forstwirtschaftlichen Flächen durch die BVVG verlor die Tochtergesellschaft zunehmend ihre wesentliche Aufgabe, diese Flächen zu bewirtschaften. Der Bundesrechnungshof hat beanstandet, dass es bei dieser Sachlage nicht angemessen ist, die Preise für die Dienstleistungen der Tochtergesellschaft zu erhöhen. Er hat der BVVG empfohlen zu prüfen, ob es wirtschaftlich vorteilhafter ist, die Tochtergesellschaft aufzulösen und ihre Aufgaben zu übernehmen.

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Die BVVG hat die Empfehlungen des Bundesrechnungshofes aufgegriffen. Infolge ihrer Prüfung ist sie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen zu dem Ergebnis gekommen, die Tochtergesellschaft abzuwickeln. Den Vertrag mit der Tochtergesellschaft hat sie daraufhin zum Ablauf des Jahres 2014 gekündigt. Zu diesem Zeitpunkt hat die Tochtergesellschaft ihren Betrieb eingestellt.

Die BVVG nimmt seither die Aufgaben selbst wahr und hat 30 Prozent der ehemaligen Beschäftigten der Tochtergesellschaft übernommen. Durch die Auflösung der Tochtergesellschaft entfallen etwa deren Personalkosten und sonstige betriebliche Aufwendungen. Insgesamt führt dies seit dem Jahr 2015 zu jährlichen Einsparungen von mindestens 5 Millionen Euro.

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Sie erreichen Ernst Eggers per E-Mail unter unsergeld@faz.de.

Quelle: FAZ.NET
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