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Geldpolitik

EZB belässt Leitzins bei null Prozent

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Geldpolitik: EZB belässt Leitzins bei null Prozent

Europas Währungshüter halten sich mit weiteren Hinweisen auf ein Ende der Geldflut zurück. Zunächst bleibt der Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) unverändert, wie die Notenbank am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt mitteilte.

Den Leitzins im Euroraum hält die Zentralbank auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank, kostet das die Institute weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen. Zudem steckt die EZB noch bis mindestens Ende Dezember 2017 Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Diesen Kurs bekräftigte das höchste Entscheidungsgremium der EZB. Die EZB hält sich weiterhin auch die Möglichkeit einer Anhebung des Volumens ihrer milliardenschweren monatlichen Wertpapierkäufe offen.

Im Oktober will die EZB über das weitere Vorgehen informieren. „Wahrscheinlich wird der Großteil der Entscheidungen im Oktober getroffen“, sagte Notenbank-Präsident Mario Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates. Das höchste Entscheidungsgremium der Notenbank kommt am 26. Oktober zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen.

Am Donnerstag bestätigte die EZB ihren bisherigen Kurs. Das gigantische Kaufprogramm läuft seit März 2015, bisher veranschlagtes Volumen: 2,28 Billionen Euro. Die Notenbank ließ sich entgegen der Erwartung von Volkswirten sogar weiterhin die Möglichkeit offen, das Volumen ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe auszuweiten. Nach Draghis Angaben haben die Währungshüter damit begonnen, Vor- und Nachteile verschiedener Szenarien abzuwägen. Die Diskussion sei aber in einem sehr frühen Stadium.

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen. Im August lagen die Verbraucherpreise im Euroraum um 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel außen vor lässt, blieb bei 1,2 Prozent.

Weil die Zeiten einer Inflationsrate nahe Null vorerst vorbei sind und die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Sparer bekommen kaum noch Zinsen, Banken tun sich mit dem Geldverdienen schwer. Allerdings profitieren auf der anderen Seite Kreditnehmer von günstigen Konditionen.

Erschwert wird das weitere Vorgehen der EZB durch die jüngste Aufwertung des Euro: Das Erstarken der Gemeinschaftswährung verteuert Produkte europäischer Firmen auf den Weltmärkten tendenziell. Das könnte in der Folge die Exporte aus dem Euroraum und damit das hiesige Wirtschaftswachstum dämpfen. Zugleich werden Einfuhren aus anderen Währungsräumen günstiger, was die Inflation drückt.

Quelle: dpa/Reuters
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