Vergleich verzögert sich

Bayer muss sich im Glyphosat-Streit weiter gedulden

10.03.2021
, 18:55
Bayer will die Glyphosat-Klagen möglichst schnell hinter sich lassen.
Eine wichtige Anhörung in Amerika wurde auf Mai verschoben. Die Beilegung der Streitigkeiten um Monsanto dauert für den Konzern aus Leverkusen länger als gedacht.
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Eine mögliche Lösung für die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer in den Vereinigten Staaten lässt länger auf sich warten als gedacht. Eine ursprünglich für Ende März angesetzte Anhörung vor dem zuständigen Bundesrichter Vince Chhabria wurde auf den 12. Mai verschoben, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch bestätigte. „Die Klägeranwälte haben mit unserer Zustimmung bei Gericht einen Antrag auf Verschiebung der Anhörung für die vorläufige Genehmigung eingereicht.“ Dadurch sollten die beteiligten Parteien mehr Zeit haben, auf die von Dritten vorgebrachten Einwände einzugehen.

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Bei der Anhörung geht es um eine neue Lösung für den Umgang mit künftigen Klagen in Amerika, auf die sich Bayer und die Gegenseite Anfang Februar geeinigt hatten. Den ersten Vorschlag für diesen entscheidenden Teil des milliardenschweren Glyphosat-Vergleichs hatte der Richter im vergangenen Jahr abgelehnt.

Die Rechtsstreitigkeiten sind Folge der Übernahme des einstigen Rivalen Monsanto. Ein Kassenschlager von Monsanto ist der Unkrautvernichter Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat. Viele Landwirte setzen das Mittel ein, auch manche Schrebergärtner nutzen es. Bayer betont, dass Glyphosat bei sachgerechter Anwendung sicher sei, Kritiker warnen hingegen vor Gefahren für die Gesundheit.

Noch 35.000 Klagen anhängig

In den Vereinigten Staaten sorgte Glyphosat für eine Klagewelle. Inzwischen meldeten rund 125.000 Kläger Ansprüche an. Für bis zu 9,6 Milliarden Dollar will Bayer Ansprüche von bereits eingegangenen Klageschreiben abgelten. Rund 90.000 Klagen sind schon abgehakt. Verhandlungen zu 35.000 weiteren Klagen laufen noch.

Die Einigung zu einem wichtigen separaten Strang steht noch aus: Es geht um Klagen, die erst in Zukunft eingereicht werden könnten. Hierfür legte Bayer 2 Milliarden Dollar auf die hohe Kante. Allerdings steht noch die Zustimmung des amerikanischen Richters zu diesem Vertragswerk aus.

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Quelle: mj./dpa
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