FAZ plus ArtikelEuroland in der Krise

Bernd Lucke: Die ernüchternde Bilanz der Griechenland-Rettung

Von Bernd Lucke
09.08.2018
, 12:48
Demonstranten im Juni 2015 vor dem Parlamentsgebäude in Athen.
Sind die Ziele, die man sich zu Beginn der finanziellen Rettungsaktion für Griechenland vor acht Jahren gesetzt hat, erreicht? Eher nicht. Ein Gastbeitrag.

Acht Jahre währt in diesem Frühjahr die sogenannte Griechenland-Rettung. Im August läuft das inzwischen dritte Programm aus. Griechenland und die Eurostaaten verbreiten angestrengt die Meldung, man habe das Klassenziel nun endlich erreicht. Ziehen wir Bilanz. Sind die Ziele der teuren Rettung erreicht worden und wenn ja in welchem Maße?

Ziel Nummer eins war die Verhinderung eines griechischen Staatsbankrotts. Dieses Ziel ist eindeutig verfehlt worden, denn 2012 wurde Griechenlands Insolvenz auch formal durch eine umfangreiche Umschuldung besiegelt. Dabei mussten die privaten Gläubiger auf rund 107 Milliarden Euro verzichten – etwas mehr als ein Drittel der griechischen Staatsschulden. Diese Umschuldung widerlegte zwei Behauptungen, mit denen die „Griechenland-Rettung“ oft verteidigt worden war: erstens, dass es in der Eurozone gar keinen Staatsbankrott geben könne, zweitens, dass dieser desaströse Folgen haben würde. Vielmehr zeigt die Umschuldung, dass eine Staatsinsolvenz sehr wohl „geordnet“ und für die meisten EU-Bürger fast unmerklich durchgeführt werden kann.

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