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FAZ plus ArtikelGastbeitrag

Brexit, Deutschland und die Zukunft der EU

Von Hans-Werner Sinn
 - 06:13

Reisende solle man ziehen lassen. So hört man es achselzuckend aus deutschen Regierungskreisen. Der Brexit wird kommunikativ als ein Ereignis von minderer Bedeutung dargestellt. Schade zwar, aber auch kein Beinbruch. Diese Position ist entweder naiv, oder sie soll beschwichtigen. Großbritannien ist nicht nur eine von zwei Nuklearmächten der EU, sondern die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas. Gemessen an der Wirtschaftskraft, ist der Brexit gleichbedeutend mit dem simultanen Austritt von 19 der 28 EU-Länder. Der Austritt ist ein größerer, ja katastrophaler Unfall in der Geschichte Europas. Er zerstört die Nachkriegsordnung und lässt eine lädierte EU zurück.

Deutschland selbst hatte in den 1960er Jahren mit großem Nachdruck daran gearbeitet, Großbritannien in die EU zu bringen, und war 1973 erfolgreich, nachdem der französische Präsident Charles de Gaulle, der große Gegner eines Beitritts, verstorben war. Mit dem Beitritt Großbritanniens wurde der Schutz der Nato glaubhafter, einseitige Abhängigkeit von Frankreich vermieden, und unter dem Einfluss der weltläufigen Briten, die den Freihandel mit den Ländern ihres ehemaligen Weltreichs in der EU erfolgreich verteidigten, gelang es der deutschen Industrie, die Weltmärkte zu erobern.

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Der Autor Hans-Werner Sinn, der frühere Präsident des Münchner Ifo-Instituts, ist weiter unermüdlich unterwegs – redend, reisend oder schreibend. Die Probleme der Wirtschaft und die wirtschaftspolitische Beratung lassen den nach wie vor wohl bekanntesten deutschen Ökonomen auch nach seiner Pensionierung nicht los. Im März feiert Sinn seinen 70. Geburtstag. Zu diesem Ereignis lässt er in seinen gerade veröffentlichten Memoiren unter dem Titel „Auf der Suche nach der Wahrheit“ Leben und Arbeit Revue passieren, natürlich nicht, ohne den Rückblick mit zukunftsweisendem Rat an die Politik zu verbinden. hig.
Quelle: F.A.Z.
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